Er ist ebenerdig, soll in Passivhausbauweise errichtet werden und ist mit rund 3,2 Millionen Euro kalkuliert: Der geplante Erstatzneubau der Kindertagesstätte in Seehausen.

Seehausen l Der Seehäuser Verbandsgemeinderat möchte das Förderprogramm "Stark III" nutzen und war sich bei der Sitzung am Dienstagabend darüber einig, dass der Antrag schnellstmöglich gestellt werden sollte. Der Bau einer modernen Kindertagesstätte für die Hansestadt Seehausen sei dringend notwendig.

Er erfordert jedoch Eigenmittel, die bei der Zusammenkunft im Krüdener Gemeindezentrum zwischen 800000 und 950000 Euro geschätzt wurden. Genauer konnte Bauamtsleiter Guido Mertens das für die Kommune anfallende Finanzvolumen nicht beziffern. Es hänge von mehreren noch offenen Fragen ab. Beispielsweise stehe noch im Raum, ob ein Rückbau der vorhandenen Tagesstätte auch förderfähig sei. Am Dienstagabend ging es jedoch nicht um Details, sondern vielmehr um das Schaffen von Voraussetzungen für den Antrag, der nun gestellt wird.

Das von Rüdiger Kloth geleitete Gremium setzt auf "Stark III". Und darauf, dass die ersten Antragsteller eventuell einen kleinen Vorteil hätten gegenüber anderen Kommunen, die sich erst später um Gelder für ihre Einrichtungen bemühen. Die Förderperiode des auf Schulen und Kindertagesstätten ausgerichteten Programms wird ab diesem Jahr neu fortgeführt und dauert bis 2020 an.

In der Vergangenheit wurde die Verbandsgemeinde für ihre Kita-Pläne nicht bedacht und ist somit gezwungen, nochmals einen Antrag zu stellen. Bereits im Februar 2013 fasste der Rat einen Grundsatzbeschluss für den Bau eines neuen Kindergartens. Wie der Bauamtsleiter weiter ausführte, ist der Standort bereits auserkoren. Das Gebäude, das für eine Zahl von 130 Mädchen und Jungen ausgelegt ist, soll auf der Fläche der Kita "Lindenpark" entstehen. Mit einem Neubau weicht diese Stätte, und auch die Kinder des "Klosterschulplatz" werden dann im neuen Seehäuser Domizil betreut.

Bei der möglichen Investitionssumme von 3,2 Millionen Euro orientierte sich die Verwaltung an den Nachbarorten, die gegenwärtig ebenfalls für ihren Nachwuchs neu bauen. In Osterburg entsteht für circa 2,8 Millionen Euro ein neues Objekt unter der Regie des Deutschen Roten Kreuzes; eine Betreuungszahl von 85 Kindern wurde zugrunde gelegt, wie Mertens informierte. Und in Arendsee entsteht für 110 Mädchen und Jungen für rund 2,5 Millionen ein neuer Betreuungsort.

Maximal 75 Prozent Förderung

Energetische Gesichtspunkte sind mit ausschlaggebend für die Bestrebungen des Rates, einen neuen und modernen Bereich für die Kinder zu schaffen. Deshalb wird auch die Passivhausbauweise favorisiert: Dabei wird durch die besondere Wärmedämmung der Wände, Fenster und des Daches eine überdurchschnittliche Wärmerückgewinnung der Abstrahlwärme von Bewohnern und Haushaltsgeräten erreicht.

"Mit dem Krankenhaus, einer Gemeinschaftsschule und der dann neuen Kita hätten wir ein vernünftiges Zentrum", sagte Verbandsgemeinderat Bernd Prange, der mit dieser Meinung nicht allein stand. Allerdings dürfte bis zum endgültigen Startschuss noch viel Wasser den Aland hinunter fließen. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Robert Reck könnte sich vorstellen, dass 2016 der Beginn vollzogen werden könnte. Fördermittel sind jedoch für das ehrgeizige Vorhaben unabdingbar. Maximal 75 Prozent der förderfähigen Kosten werden durch "Stark III" gefördert.

Vielleicht konnte das gestrige Gespräch, das Robert Reck mit Staatssekretär Jörg Felgner bei dessen Arbeitsbesuch im Blaulichtmuseum führte, dazu beitragen, dass Seehausen etwas bessere Karten besitzt als die Konkurrenz. Felgner, der mit Landtagsmitglied Ralf Bergmann und dessen Mitarbeiterin Carolin Kroh nach Beuster kam, ist im Finanzministerium verantwortlich für den Hochbau-Bereich und dort für die "Stark III"-Mittel.