Osterburg l Fast zwei Meter hoch ist eine Hortensie auf dem Hof von Hugo und Edeltraut Schmidt in der Osterburger Stadtrandsiedlung. Am Sonnabend, 19. Juli, jährte sich der Tag zum sechsten Mal, an dem der 76-Jährige die Blume als kleine Topfpflanze in die Hände bekam und zwar als Geburtstagsgeschenk von dem inzwischen verstorbenen Karl Gagelmann. Seitdem hegt und pflegt er diesen zu den Bauernhortensien gehörenden Blühstrauch mit der schönen, an ein Gemälde über Uromas Sofa erinnernden Sortenbezeichnung "Alpenglühen".

Die bei richtiger Pflege ausdauernd herrlichen Flor tragenden Hortensien, die lange Zeit als altmodisch galten, sind in vielen Hausgärten und Parks längst wieder populär. Diese Polarität und Beliebtheit verdanken sie vor allem ihrem romantisch anmutenden Flair, allen voran die Bauernhortensie, aber auch andere Abarten erfreuen sich des Vorzugs bei Blumenliebhabern.

Die meisten Hortensienarten eigenen sich besonders für einen halbschattigen oder sogar schattigen Standort. Bei ausreichend feuchtem oder bewässertem Boden wie auf dem Schmidt-Hof fühlt sich die Hortensie auch in der Sonne wohl. "Ich gieße sie jeden Tag, und besonders in der gegenwärtigen Hitze ist sie sehr durstig. 20 Liter bekommt sie täglich, und einmal in der Woche gebe ich flüssigen Blumendünger ins Gießwasser", berichtet Hugo Schmidt, als die Volksstimme ihn besuchte. "Über den Winter hole ich sie rein, damit sie nicht erfriert, doch wenn sie noch größer wird, muss ich mir etwas anderes zu ihrem Schutz einfallen lassen."

Hugos bessere Hälfte Edeltraud kümmert sich um das Gemüse, Obst und die vielen anderen Blumen auf dem Grundstück. Im Garten gedeihen unter ihren "grünen Händen" weitere Hortensien, unter anderem eine Schafhortensie und eine Wildform der rauen Samthortensie, außerdem prächtige Dahlien, Gladiolen, Tagetes, Ringelblumen, Phlox und andere Blumen. Auf dem Hof dienen Hohlblocksteine als Pflanzgefäße mit vielfarbig blühendem Inhalt.

Senioren schafften sich kleines Paradies

Aufmerksamkeit erregen hier auch die Hängegeranien in Ampeln, eine Kamelie, eine Canna und die vom Bastler Hugo gebauten Pergolen, in denen wilder Wein rankt, der einmal ein Schatten spendendes Blätterdach bilden soll. Es ist ein kleines Paradies, das sich die beiden Rentner auf ihrem Grundstück in der Stadtrandsiedlung geschaffen haben. "Urlaubsreisen brauchen wir nicht, wir haben es hier auch schön", sagt Edeltraut Schmidt, ohne ein bisschen Sehnsucht nach der Ferne in der Stimme.