Schwarzbraune Dieselruß-Wolken stiegen am Sonnabend über dem alten Wischeraner Kieswerk auf. Dumpfes Motorenbrummen war noch in weiter Entfernung zu hören. Dafür sorgten einmal mehr die Akteure des traditionellen Oldtimer-Baumaschinen- und Kippertreffens.

Wischer l Wenn Bob der Baumeister Oldtimer-Fan wäre, er wäre am Wochenende auf dem Gelände des alten Kieswerkes in Wischer in Entzücken geraten. Etwas von Bob dem Baumeister haben sie jedenfalls wohl alle, die Mitglieder des Vereins Technikpark Altmark und ihre Freunde, die aus der ganzen Altmark und weit darüber hinaus alljährlich im Sommer nach Wischer anreisen, um ausgelassen ihrem Hobby zu frönen. "Dieses Hobby besteht in erster Linie darin, die alte Technik, in deren Besitz viele unserer Vereinsmitglider und Freunde persönlich sind, einmal so richtig im Gelände zu testen. Wichtig ist uns allen aber auch das Zusammenkommen an sich, das Fachsimpeln, der Erfahrungsaustausch", erklärt Egbert Pinkle, Vorsitzender des Vereins Technikpark Altmark und Haupt-Organisator des Baumaschinen- und Kippertreffens. Und er fügt hinzu: "Als Besitzer beziehungsweise Sammler von solchen alten Fahrzeugen und Maschinen ist man fast immer auf Ersatzteilsuche. Bei diesen Treffen gibt es von den verschiedensten Seiten Tipps, wo man solche Teile bekommen kann."

Heiko Fritzsche begeistert von der "Dreikantfeile"

Ein Blick in die Gesichter der Teilnehmr verrät, mit welcher Leidenschaft sie ihre Fahrzeuge und Maschinen durch das Gelände steuern. Einer von ihnen ist Heiko Fritzsche. Lächelnd lenkt er einen Kleindumper "Picco1"-Kleindumper. Das Besondere an dem Gerät: es hat nur drei Räder; vorn zwei und hinten eins. Vorn befindet sich die Kippmulde. "Picco 1 ist ein typisches Baustellenfahrzeug der DDR aus den 50er bis 70er Jahren. Im Volksmund hieß es ,Dreikantfeile.", erklärt Fritzsche vom Verein "MC Fläming" aus Coswig/Anhalt. Den Picco-Dumper hat er sich zum Herumfahren von den Technikfreunden aus Wischer nur ausgeborgt. Er selbst ist mit vier weiteren Vereinsmitgliedern mit zwei W50 angreist.

Aber die bisher genannten Fahrzeuge sind nur ein kleiner Teil dessen, was am Sonnabend in Wischer zu bestaunen war. Ob Bagger, Krane, Kipper von ganz klein bis ganz groß, ob geländegängige Mehrachs-Laster der Marke "Tatra", ob Planier- und Laderaupen verschiedenster Hersteller, Traktoren mit Kipphängern, ob Armee-Geländefahrzeuge oder auch historische Motorräder - alles Mögliche gab es zu sehen und in Aktion zu erleben.

Fahrer päparieren ganz nebenbei das Gelände

Das abwechslungsreiche, zum Teil anspruchsvolle Gelände des alten Kieswerks, das die Gemeinde Hassel dem Verein zur Verfügung stellt, eignet sich hervorragend für die Vorführungen der Gefährte. Aber dass nicht nur die Organisatoren und ihre Mitstreiter Freude an der alten Technik haben, ließ sich an der großen Besucherresonanz ablesen. Viele schauten dem Treiben stundenlang zu und mancher nutzte die Mitfahrgelegenheiten. Gegen den Hunger und Durst halfen die Versorgungsstände des gastgebenden Vereins.

   

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