Zu einer Führung versammelten sich am Sonnabend rund 30 interessierte Einwohner auf dem Kirchplatz von St. Petri. Hans Peter Bodenstein zeigte ihnen noch sichtbare Spuren einer romanischen Basilika.

Seehausen l Bevor es um das eigentliche Thema ging, richteten sich die Blicke auf die beiden Türme mit ihren barocken Hauben in 65 Metern Höhe, um das ganze Ausmaß dieser gotischen, dreischiffigen Hallenkirche in sich aufzunehmen.

Nur wenigen war bewusst, dass sich auf dem Kirchenareal im späten 12. Jahrhundert der Ursprungsbau, eine romanische Feldstein-Basilika mit Querschiff, die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht war, befand. 1220 bis 30 wurde diese durch eine zweitürmige Westfront in Backsteinmauerwerk erweitert. Um eben diesen romanischen Vorgängerbau ging es bei der Führung. Schon beim Betreten der heutigen Kirche durch das Südportal gab es die ersten Hinweise auf die ursprüngliche romanische Basilika. Für das Feldsteinmauerwerk rechts und links des Portals wurden die Steine der einstigen Basilika wieder verwendet. Im Inneren von St. Petri hatte der Romanikexperte mit Absperrband den Grundriss der einstigen Basilika hervorgehoben.

Während der Führung wurden von dem spätromanischen Bau unter anderem Teile der Ostwand und des Querschiffes mit dem rundbogigen Triumphbogen und den Triumphbogenpfeilern gezeigt. Natürlich zog das rundbogige romanische Westportal aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts die Blicke auf sich. Durch den Vorbau der Marienkapelle im Jahre 1486 ist dieses Portal allerdings zum Innenportal geworden. Theorien zu den Baumaßen und in welchem Verhältnis sie zueinander standen, wurden während der Führung aufgeworfen.

Die nächste Führung mit Bodenstein wird am letzten Samstag im September sein.

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