Der Erxlebener Heiko Fischer engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für seinen Heimatort. Jetzt mischt er auch in der Kommunalpolitik mit. Nach seiner Meinung gibt es genügend Probleme, die in Angriff genommen werden müssten. "Ortsdurchfahrt, Buswartehäuschen, Gerätehaus", nennt er Beispiele.

Erxleben l Der Parteilose hatte sich bei den Wahlen im Mai über die Liste der SPD erfolgreich um Plätze im Erxlebener Ortschafts- und im Osterburger Stadtrat beworben. Als drittbester SPD-Kandidat gelang ihm der Einzug in den Stadtrat, von den Bewerbern für den Erxlebener Ortschaftsrat holte Fischer sogar die mit Abstand meisten Stimmen. "Deshalb habe ich auch für das Amt des Erxlebener Ortsbürgermeisters kandidiert. Ich denke, meine Wähler waren genauso enttäuscht wie ich darüber, dass ich bei der entsprechenden Abstimmung im Ortschaftsrat unterlegen war", blickte Fischer auf das Votum vor wenigen Wochen zurück, in dem die Mehrheit der Ortsräte Hans-Jürgen Ahrend zum neuen Bürgermeister bestimmt hatte.

Buchholz dient als Vorbild

Trotz dieser Enttäuschung sieht der Erxlebener aber keinen Grund dafür, Probleme in seinem Dorf links liegen zu lassen. "Wie zum Beispiel das Dauerärgernis mit unserer Ortsdurchfahrt. Die Geschwindigkeits-Anzeiger helfen zwar ein wenig, halten aber längst nicht alle Kraftfahrer davon ab, durch unser Dorf zu rasen. Klar, dass insbesondere die Anwohner der Straße schon seit langem unter dieser Situation und den damit verbundenen Lärm leiden", erzählt Fischer. Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei fänden nur selten statt, "zudem sind die Beamten viel zu früh und zu gut zu sehen", hat der Ortspolitiker beobachtet. Ebenso, "dass manche Kraftfahrer bei uns anscheinend austesten wollen, ob die Geschwindigkeitsanzeiger dreistellige Werte darstellen. Um es klar zu sagen: Sie können", konstatiert der Erxlebener.

Einen Ausweg aus dieser unsäglichen Situation könnte das Aufstellen von einer stationären Geschwindigkeits-Überwachungsanlage bieten. "Mir schwebt das gleiche Modell vor, dass die Stadt Stendal im Frühjahr in ihrem Ortsteil Buchholz in die Tat umgesetzt hat", sagt Fischer. Dort baute ein Unternehmen im April eine Blitzanlage auf, die Messungen in beide Fahrtrichtungen ermöglicht. Für die Stadt Stendal handelte es sich um eine überschaubare Finanzierung. Die Kommune bezahlte die Kosten für den Strom- und den Netzanschluss und kommt für die laufenden Energiekosten auf. Das Unternehmen wird im Gegenzug an den "Einnahmen" der Blitzeranlage beteiligt, pro verwertbarem Fall werden ihm sechs Euro zuzüglich Umsatzsteuer erstattet. Ein Vorbild, das in Erxleben Schule machen könnte, ist Heiko Fischer überzeugt. "So würden es Raser zu spüren bekommen, wenn sie mit zu hoher Geschwindigkeit durch Erxleben fahren", begründet er.

Ob an der Ortsdurchfahrt tatsächlich ein stationärer Blitzer aufgebaut wird, ist derzeit aber noch fraglich. Denn eigentlich dürfen in Sachsen-Anhalt erst Städte und Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern in eigener Zuständigkeit blitzen. Fischer erhofft sich deshalb Unterstützung aus der Politik. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marina Kermer sei bei einem Besuch vor wenigen Wochen über das Problem mit der Ortsdurchfahrt informiert worden, im August wird sie erneut in dem Dorf erwartet. "Dann ist eine Einwohnerversammlung geplant, so Fischer, der darauf setzt, mit Kermers Unterstützung eine Blitzanlage für Erxleben möglich zu machen.

Ein anderes Thema, das den Neu-Politiker umtreibt, ist der Zustand des an der Kirche gelegenen Buswartehäuschens. Steine sind aus dem Massivbau herausgebrochen worden, "ein ganzes Fach fehlt. Und das schon seit etwa einem Jahr", kritisierte Heiko Fischer. "Schön wäre es auch, wenn im Bushäuschen auch wieder Sitzgelegenheiten installiert würden, so wie es sie schon einmal gab", regte er an. Schließlich würde das Haus auch von älteren Einwohnern genutzt, wenn sie auf die im Dorf haltenden mobilen Händler warten, begründete er.

Gerätehaus-Mängelliste soll abgearbeitet werden

Nicht zuletzt macht Fischer, der über viele Jahre hinweg selbst als Leiter die Geschicke der Erxlebener Wehr lenkte, Handlungsbedarf am Feuerwehrgerätehaus aus. Für das gegenüber der Förderschule gelegene Gebäude gebe es seit rund zweieinhalb Jahren eine Mängelliste, "die unbedingt abgearbeitet werden müsste", sagte er. Spielraum für bislang nicht angedachte Investitionen in Erxleben müsste es geben, oder zumindest vordere Plätze auf der vor wenigen Monaten beschlossenen Investitions-Prioritätenliste der Einheitsgemeinde, ist der Politiker überzeugt. "Denn dort findet Erxleben bislang zu wenig statt", sagte er. "Aber das liegt sicher ein großes Stück weit an uns selbst, weil aus unserer Ortschaft für diese Liste kaum etwas vorgeschlagen wurde", räumte er ein.

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