Die Gemeinde Aland rückt wieder in den Fokus von Investoren zur alternativen Energiegewinnung. Dass diese nicht generell willkommen sind, wurde schon beim Votum des Rates zu den fünf bei Pollitz geplanten Windrädern deutlich.

Wahrenberg l Jetzt ist bei Wahrenberg eine Biogasanlage geplant. Bevor die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt jedoch eine Entscheidung über das sogenannte gemeindliche Einvernehmen treffen, soll es noch eine Bürgerversammlung geben, um insbesondere die Anlieger über das Projekt und mögliche Beeinträchtigungen zu informieren. Dann soll auch der Investor beziehungsweise der Planer zu Wort kommen beziehungsweise Fragen der Gäste beantworten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Ratssitzung, bei der das Vorhaben deshalb von der Tagesordnung genommen worden war.

Anlieger befürchten in der Regel Emissionen

Die Vorsicht hat ihren Grund. Sind Biogasanlagen in der Regel doch auch mit mehr oder weniger Emissionen verbunden. In der Regel befürchten Anlieger Geruchsbelästigungen von den Anlagen selbst, aber auch beim An- und Abtransport der Produkte oder beim Ausbringen der Gärreste auf die umliegenden Ackerflächen. Dem Mitspracherecht von Bürgern, Kommunalpolitikern und Verwaltung sind gewöhnlich aber enge Grenzen gesetzt. Ein einfaches Nein aus Antipathie oder allgemeine Klagen über zu erwartende Belästigungen reichen nicht. Wenn Planer und Investoren nicht gegen geltendes Baurecht verstoßen, kann die Landesverwaltung ein negatives Votum vor Ort zur Makulatur machen.

Mit einem Fermenter, in dem das Methan entsteht, einem Gas- und einem Reststofflager sowie einem Blockheizkraftwerk sind die Dimensionen des geplanten Energieerzeugungsanlage vergleichsweise klein gehalten. Die auf rund 4200 Tonnen geschätzten Rohstoffe für die Energieerzeugung stammen laut Projekt aus der benachgarten Jungrinderaufzuchtanlage.

Neben Rindermist und -gülle kommen demnach ausschließlich nachwachsende Rohstoffe wie Silage von Mais, Getreide als ganze Pflanzen und Gras in die Fermenter. Die Gärreste werden als organischer Dünger von dem Landwirtschaftsbetrieb zurückgenommen und auf den betriebseigenen Flächen ausgebracht, wo auch die pflanzlichen Rohstoffe angebaut werden.

Der erzeugte Strom fließt ins Avacon-Netz. Die Abwärme wird zum großen Teil selbst verbraucht, um für ideale Gärbedingungen in der Anlage zu sorgen. Außerdem fließt Wärme in die Rinderställe. Zudem besteht die Möglichkeit, über ein Fernwärmenetz Wohnungen im Dorf zu beheizen.