Polkau (vl). Er lebt noch, der Verein für Jugendaustausch und Kultur "Schmiede" in Polkau. "Wir haben durchaus gearbeitet, sind damit aber kaum nach Außen gegangen", versichert Pressesprecher Lothar Zahn und erzählt vom Sommercamp im vergangenen Jahr mit jungen Ungarn und Slowaken.

"Wir möchten uns wieder mehr öffnen, auch mit zusätzlichen Kulturangeboten", stellt Eva Bretschneider, Vorsitzende des 35 Mitglieder umfassenden Vereins, klar. Ein Grund sei die Landtagswahl am 20. März. "Wir möchten die Leute mit Humor und Provokationen zur Wahl treiben", sagt Zahn. Dazu bereite der Verein eine Kunstaktion unter dem Titel "Wahll-Art" vor.

Eine hohe Wahlbeteiligung wünscht sich auch Norbert Krebber vom Elbehof Wahrenberg, der für die Grünen ins Parlament einziehen will. Er stellte sich am Sonnabend in Polkau "Schmiede"-Mitgliedern in einer Gesprächsrunde. "Die 44 Prozent Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl waren ein Armutszeugnis für uns alle", blickte er zurück. Die "Lust zur politischen Auseinandersetzung" müsse wieder wachsen. Über Projekte wolle er speziell junge Leute erreichen. Wichtig sei, dass die "vor der Haustür" angeboten werden.

Zu den Debatten um A 14-Nordverlängerung und Plänen zum Ausbau der Elbe, die die Grünen ablehnen, meinte Krebber: "Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur gegen etwas sind, sondern dass wir Alternativen haben." Er wies auf die Bürgerinitiative "Pro Elbe" und den geforderten Ausbau der B 189 hin. Zudem liege ihm eine politische Kultur am Herzen. Man müsse sachlich diskutieren und auch Zugeständnisse machen können.

Dennoch habe ihm wehgetan, dass Nico Schulz (CDU) mit dem Slogan "Heimat erhalten" für die Landtagswahl werbe. "Er soll den Begriff Heimat bitte nicht missbrauchen! Sicher gehören zur Heimat auch Arbeitsplätze und der Krumker Park, für die sich Nico Schulz unbestritten engagiert. Aber für mich ist Heimat mehr. Mit der A 14 werden große Flächen von ihr vernichtet", begründete Krebber, der sagte: "Aus der Altmark soll kein Reservat werden, aber ich möchte das Original erhalten und es mit modernen Elementen beleben."