Schönberg (rfr) l Der erste Probetag für eine Solarfähren-Verbindung zwischen Rühstädt und Schönberg am Sonntag war ein auch im Wortsinn bewegendes Ereignis. Zum ersten Mal seit langem konnten Menschen an dieser Stelle wieder übersetzen, sich neue Wege erschließen, zieht Susanne Bohlander, Mitglied der Initiativgruppe Solarfähre und Vorsitzende des Seehäuser Wirtschafts- und Tourismusausschusses eine positive Bilanz.

Mitglieder eines Fahrradclubs aus Bad Wilsnack brachten es vor Ort auf den Punkt: Mit einer Fährverbindung an zentraler Stelle, genau zwischen Wittenberge und Havelberg/Werben, erschließen sich neue touristische Möglichkeiten mit zwei neuen Rundtouren: Einmal von Schönberg/Rühstädt nach Wittenberge und zurück über die Altmark-Seite. Oder von Schönberg/Rühstädt nach Werben und Havelberg und zurück auf dem anderen Elbufer. Diese Touren über rund 30 Kilometer wären auch für Ältere und für Familien mit Kindern machbar, weil sie weniger als halb so lang sind wie die Landstrecke.

Bewegend, so Bohlander weiter, war es auch, die vielen Menschen zu sehen, die zur Fähre radelten oder liefen. Prignitzer kamen an und gingen auf dem Schönberger Ufer spazieren, trafen beim Kaffeetrinken Bekannte aus der Altmark und staunten, dass auf dieser Seite mehr los war als am anderen Ufer. Und umgekehrt gingen Altmärker in Rühstädt auf Entdeckungstour.

Bedarf scheint da zu sein

"Dieser Tag hat uns von der Initiativgruppe Solarfähre Elbe deutlich gezeigt: Es gibt großen Bedarf für eine Fährverbindung an dieser Stelle. Sowohl die Prignitzer als auch die Altmärker wollen auf die andere Seite, dort Rad fahren, etwas erleben. Und: Für die Elbe als Ausflugsort gibt es noch viel zu wenig Angebote. Die Menschen, die am Strom wohnen, wollen sich auf ihrem Fluss auch bewegen und Boot fahren, nicht nur am Ufer stehen und hinüberschauen. Für die Touristen gilt das natürlich genauso", so die Kommunalpolitikern, die sich nebenbei auch über das große Interesse an der Solartechnik freute.

Vision wurde Wirklichkeit

Das Solarboot von Christoph Steinkopf aus Lenzen war die große Attraktion - auch wenn die Kapazität begrenzt und die schwimmende Verstärkung von Feuerwehren und THW aus Wittenberge und Seehausen wichtig war. Solarfähren sind nach Einschätzung von Susanne Bohlander überall, wo sie auftauchen, eine Attraktion und ein Imagegewinn für die Region.

"Am Sonntag ist eine Vision für einen Tag zur gelebten Wirklichkeit geworden. Wir von der Initiativgruppe Solarfähre Elbe werden uns dafür einsetzen, dass diese Vision nun schrittweise in die Realität umgesetzt werden kann. Und wir versprechen schon jetzt, dass es bei der Ausgabe der ,Fährscheine` und damit bei den Wartezeiten deutliche Verbesserungen geben wird", sagte Susanne Bohlander.