Arneburg (apu) l Am Freitag, 16. August, wird in der Kunst- und Kulturscheune Arneburg die Ausstellung "Industriearchitektur" eröffnet. Dietrich Bahß aus Werben und Köln zeigt Fotografien, die in den letzten Jahren vor allem rund um das ehemalige Arneburger KKW-Gelände entstanden sind.

Fotos industrieller Architektur sind immer vor allem auch geschichtliche Dokumente. Sind doch derartige Bauwerke wie kaum etwas anderes von Veränderungen betroffen. Bau, Betrieb, Umbau, Modernissierung, Abriss. Das trifft insbesondere auch auf das Gelände des ehemaligen KKW-Geländes bei Arneburg zu, dem heutigen Industrie- und Gewerbepark Arneburg (IGPA). "Das Kernkraftwerk Arneburg sollte das größte Atomkraftwerk Europas werden und war zur Wende zu 90 Prozent fertiggestellt. Die Bundesrepublik wollte kein weiteres AKW, schon gar nicht mit russischer Technologie. Der Bau wurde gestoppt und auf dem riesigen Gelände mit Infrastruktur wie Straßen, Bahnanschluss und sogar einem Elb-Hafen sollte ein Industriepark entstehen. Eine Zellstoff-Fabrik wurde gebaut, eine Papierfabrik kam dazu. Die Gebäude aus DDR-Zeit im schlichten Betongrau wurden mit etwas Farbe ,geschönt`, man hat jedoch vergessen, das Verkehrsschild gerade zu richten. Am Abriss der eigentlichen Kraftwerksanlage haben sich mehrere Firmen in den Konkurs geknabbert. Denn für AKW wurde härtester Beton und Stahl verwendet", so Dientrich Bahß. Und der Künstler fügt hinzu: "Nach 25 Jahren stehen immer noch Reste des Reaktorgebäudes. Wie lange braucht man dann für den Rückbau eines AKW mit verstrahlten Elementen?"

Zur Ausstellungseröffnung am kommenden Freitag sind alle Interessenten eingeladen. Beginn ist um 16 Uhr.