Im September wartet ein beachtliches Jubiläum auf die Osterburger Kegler. Dann wird ihr Sport seit vier Jahrzehnten in der Biesestadt organisiert betrieben. Während die Akteure die Vergangenheit feiern können, ist ihr Blick in die nähere Zukunft aber nicht ohne Sorgen.

Osterburg l Es sind die Bohlen, die Bauchschmerzen bereiten und in der Osterburger Kegelhalle ein Fragezeichen hinter einen zukünftigen Wettkampfbetrieb setzen. Das Material, das seit Eröffnung der Sportstätte im Jahr 1974 quasi unter Dauernutzung steht, muss regelmäßig abgeschliffen werden. Im Laufe der Zeit wurden die Bohlen so immer dünner. Und stehen nun vor dem endgültigen Aus. "Bis zum Ende der Saison können wir noch im Wettkampfbetrieb auf diesen Bohlen kegeln. Das hat die letzte Abnahme ergeben. Werden die Bohlen dann aber nicht ersetzt, gibt es ab der nächsten Saison keine Wettkämpfe mehr in unserer Halle. Denn dafür wäre sie zukünftig nicht mehr zugelassen", sagt Bernd Drong.

19000 Euro werden benötigt

So macht sich für die aktuell in der Landesklasse spielenden Herren und das in der Kreisoberliga agierende Damenteam eine bedrohliche Situation auf, ist sich der Vorsitzende des Kegelsportclubs bewusst. Längst hat der Verein deshalb Aktivitäten entfaltet, um die nach einem aktuellen Kostenangebot einer niedersächsischen Spezialfirma benötigten 19000 Euro für die Finanzierung und den Einbau der Bohlen aufzubringen. Da die Summe den eigenen Spielraum des Vereins aber bei weitem übersteigt, bemühen sich die Osterburger Kegelsportler schon seit zwei Jahren, beispielsweise über die Sportförderung des Landes, um eine finanzielle Unterstützung. Doch dem Ersuchen war kein Erfolg beschieden, die erhoffte Finanzspritze blieb bislang aus.

Nun setzen die Biesestädter in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund auf eine Unterstützung durch die Lotto-Toto GmbH, um die erforderlichen Arbeiten noch rechtzeitig in die Tat umsetzen zu können. Fördert Lotto Toto das Osterburger Vorhaben, dürfte sich auch die Einheitsgemeinde mit einem eigenen Anteil in die Investition einbringen. Schließlich befindet sich die Kegelhalle nach wie vor im Besitz der Kommune, auch wenn sich der Verein seit 1994 faktisch selbstständig und in Eigenregie um den Betrieb der Sportstätte kümmert.

Damals hatte die Stadt Osterburg den Verkauf der 1974 eingeweihten Kegelhalle inklusive der dazugehörigen Gaststätte angestrebt. Da dieses Ansinnen scheiterte, nahm der nach der Wende und aus einer Fusion der Kegelabteilungen von Dynamo und Traktor Osterburg entstandene Club die Bewirtschaftung der Immobilie in die eigenen Hände. Die Kommune finanzierte in den folgenden Jahren zwar unter anderem die Dacherneuerung oder den Einbau von Fenstern und Türen, den Unterhalt der Sportstätte schulterte der Verein aber eigenständig und ohne Zuschüsse. Wie die Vereinsbücher verdeutlichen, gab der Kegelsportclub dafür im Zeitraum von 1994 bis 2012 insgesamt rund 320000 Euro aus. Diese Mittel generierte der Verein unter anderem durch die Vermietung der Halle für Feiern. Privat- oder Unternehmensveranstaltungen gehen regelmäßig unter ihrem Dach über die Bühne. Zudem ist das Gebäude auch bei Freizeitsportlern sehr beliebt. Zum Beispiel bei Betreuten der Osterburger Lebenshilfe, die seit mehr als 20 Jahren donnerstags von 10 bis 12 Uhr in der Halle kegeln.

Sie müssen sich übrigens keine Sorgen über zukünftige Sport-Vormittage machen. Ebenso wäre das vom Gros der 52 KSC-Mitglieder betriebene sogenannte Gesellschaftskegeln wohl noch auf den alten Bohlen möglich. Anders liegt der Fall bei den aktiven Wettkämpfern unter den KSC-Sportlern. Für sie hätte das eigene Vereinsdomizil als Spielort ausgedient, können die Bohlen nicht durch neues Material ersetzt werden. Klar, dass die Osterburger Kegler angesichts dieses Szenarios und trotz ihrer anstehenden Jubiläumsfeier nicht gänzlich sorgenfrei in die Zukunft ihres Sportclubs blicken.

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