Arendsee (hrä) l Seit Mittwoch steht die Ursache für die Belastung des Trinkwassers in Arendsee und 23 Orten in der Umgebung mit coliformen Keimen fest: Sie waren bei Proben in der offenen Rohrgitterkaskade im Wasserwerk Arendsee entdeckt worden. Durch den waagerecht auf das System treffenden Starkregen beim extremen Unwetter Ende Juli sei es zu der Verunreinigung gekommen, informierte Susanne Ahrens vom Wasserverband Stendal-Osterburg.

Das gesamte Rohrnetz wird weiter gechlort

Nach der Reinigung einer Kammer des Reinwasserbehälters unter der Anlage werde weiterhin das gesamte Rohrnetz gechlort. Die Abnehmer in den Haushalten müssen ihr Wasser vor der Benutzung weiterhin abkochen. "Mit Hilfe zusätzlicher Spülungen sorgen wir dafür, dass das Chlor alle Netzbereiche erreicht", so Ahrens. Den Erfolg sollen Proben Ende dieser und Anfang nächster Woche zeigen. Bis dahin gelte das Abkochgebot.

Und zwar so lange, bis das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel Entwarnung gibt. Denn die Keime können für Infekte des Magen-Darm-Traktes sorgen.

Die offene Rohrgitterkaskade im Wasserwerk dient der Entgasung des Trinkwassers auf dem Weg in die beiden Kammern eines Reinwasserbehälters und beeinflusst dessen pH-Wert. Eine der Kammern war im Zuge der Ursachenforschung mehrfach gereinigt worden. Bei erneuten Wasserproben war der "Auslöser" per Ausschlussverfahren ermittelt worden.

Bereits 2005 war es zu einer Verunreinigung im Wasserwerk gekommen, weil Nacktschnecken ins Innere eines defekten Behälters gelangten. Danach hatte der Verband in die Anlagen investiert und sie saniert. Danach trat erneut eine Keimbelastung auf, so dass 2008/2009 das Wasserwerk selbst und die Filteranlagen erneuert wurden.

Folgende Orte im Raum Arendsee und der Verbandsgemeinde Seehausen sind vom Abkochgebot betroffen: Arendsee, Genzien, Gestien, Aulosen, Gagel, Gollensdorf, Bömenzien, Drösede, Deutsch, Pollitz, Scharpenhufe, Wahrenberg, Wanzer, Höwisch, Kläden bei Arendsee, Leppin, Harpe, Zehren, Neulingen, Schrampe, Zießau, Thielbeer, Zühlen und Ziemendorf.