Arneburg l "Kunst ist ein Lebensmittel, sie ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig", eröffnete Arne Könnecke die nunmehr 210. Ausstellung in der "Klein-st-en Galerie Arneburg". Ihm gegenüber saß Hans Wilfried Scheibner, Jahrgang 1944. Der Künstler ist heute in Maßlow, in Mecklenburg-Vorpommern, zu Hause.

In der Altmark zeigt er Malerei, Grafik und auch einige Skulpturen. Doch bevor er auf seine Kunstwerke einging, ließ er die zahlreichen Besucher an seiner wechselhaften Lebensgeschichte teilhaben. Ein wichtiger Teil seines Lebens ist Karin Zimmermann, ebenfalls Künstlerin. Mit ihren Werken war sie vor 2,5 Jahren bereits ein gern gesehener Gast in der Galerie. Bevor sie jedoch ein Paar wurden, gab es viele bewegende Ereignisse in seinem Leben. "Als Kind war ich ein notorischer Stotterer. Nur wenn ich Gedichte vortrug, hatte ich dieses Laster im Griff, erzählte der Mann mit markantem grauen Bart.

Sein Weg zur Kunst begann neben den Gedichten vor allem mit einem besonderen Lehrer in der achten Klasse. Zu der Zeit hat er auch engefangen zu boxen und kam dabei bis zum Mittelgewicht. Mit 18 legte sich das Stottern, pünktlich zur Armeezeit. Während dieser Periode lernte er in Berlin das Theater kennen und kam seitdem immer mehr damit in Berührung. Bevor er auch beruflich damit zu tun hatte, wollte er zunächst Malerei studieren. Auch wenn er kein Abitur hatte, sein Engagement im Theaterbereich verhalf ihm über Beziehungen zum Studienplatz in Leipzig. Viele Lehrjahre musste er absolvieren, doch was ihn immer ausgezeichnet hat, er hat jede Veränderung als Herausforderung und Chance gesehen. So lernte er auch seine jetzige Partnerin Karin Zimmermann kennen, die ihn fortan in seinem Leben begleitete.

Bühnenbilder, Ausstattungen, Regie (die ihn auch quer durch Deutschland führte), Puppenspiele, Lehraufträge. Erstaunlich, wieviel Zeit und Kraft da noch bleibt für Malerei, Grafik und auch Plastik. Bei all dieser Kunst steht am Anfang immer das Wort. Das ist auch in seinen großen Werken zu sehen, die eine Symbiose aus Text- und Bildbotschaft eingehen. Menschenbilder, Akte, Halbakte, Porträts, besonders die anrührenden Kinderbildnisse - kraftvolle und fordernde Malerei, in der es vieles zu entdecken galt.

Nebenbei lernten die Besucher in Arneburg einen von Neugier getriebenen Menschen kennen, der das Wort Langeweile bestimmt nicht kennt. Seine Werke sind täglich (außer montags) von 11.30 bis 21 Uhr geöffnet in der Galerie zu sehen. Die Ausstellung steht noch bis zum 30. September. Wer danach seine Kunstwerke präsentiert ist noch unklar. Bisher stand Frank Ruprecht auf dem Plan, doch nach zwei Jahren Vorlaufzeit hat er aus persönlichen Gründe abgesagt. Ausstellung sind schön, aber es gibt auch wirtschaftliche Zwänge, kommentierte Könnecke diese Entscheidung.

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