Kürzlich trafen sich auf dem Komtureigelände in Werben Vertreter der Johanniter mit dem Bürgermeister der Hansestadt, Jochen Hufschmidt, dem Architekten Wolfram Bleis, der Bauamtsleiterin der VG Arneburg-Goldbeck, Simone Kuhlmann sowie Mitgliedern des Johanniter-Komtureivereins Werben.

Werben l Bei der Vor-Ort-Beratung stand die Lamberti-Kapelle im Fokus - das erste Gebäude, das auf dem Werbener Komtureigelände denkmalgerecht restauriert werden soll. Wolfram Bleis ist der vom Werbener Stadtrat beauftragte Architekt, der Varianten zur Sanierung des romanischen Hauses erarbeiten soll. Der Rathenower gilt als ausgesprochener Romanik-Kenner. Er hält das Gebäude für historisch außerordentlich bedeutsam.

Wie Hufschmidt gegenüber der Volksstimme ausführt, ist das romanische Haus aller Wahrscheinlichkeit das älteste erhaltene Gebäude der Hansestadt Werben, mindestens jedoch das älteste profane Gebäude. Laut Bleis handele es sich um das sogenannte "feste Haus", das in uralten Unterlagen Erwähnung findet. "Es war das erste Haus, das von den Johannitern in Werben um 1180 herum aus Stein gebaut wurde. Laut Bleis dürfte das Gebäude als Aufbewahrungsstätte für Schätze und wichtige Urkunden gedient haben, aber auch als Rückzugsort für die Ordensleute während kriegerischer Auseinandersetzungen", informiert Hufschmidt.

Das Gebäude soll nun schrittweise saniert werden - möglichst nah am romanischen Erstzustand, wie Hufschmidt betont. Dazu sollen mehrere Varianten erarbeitet werden. Los gehen soll es bereits in diesem Jahr mit den wichtigsten Maßnahmen. Die Dachsanierung werde als erstes angegangen.

Hufschmidt: "Die Johanniter-Vertreter machten bei dem Treffen noch einmal deutlich, dass es für sie weit und breit von der Historie her keine bedeutendere Stadt als Werben gibt. Die Ordensvertreter bezeichnen Werben als Johanniter-Stadt. Darum wollen sie sich hier auch engagieren. Es wurde zugesichert, dass sich der Johanniterorden an den Restaurierungsarbeiten finanziell beteiligen wird. Die Johanniter sind sehr interessiert an einer engen Verbindung mit Werben."

Für eine Nutzung des romanischen Hauses gibt es auch bereits konkrete Vorstellungen. Es soll eine Dauerausstellung über die Geschichte der Johanniter in Werben beherbergen.

Die Johanniter suchen für das Haus noch einen Namen, der der Bedeutung des Gebäudes für die Johanniter gerecht wird.