Seehausen (igu) l Die Verbandsgemeinde Seehausen kann im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf das Land hoffen. Rüdiger Erben wird sich dafür stark machen. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, der am Montag zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Bergmann der Verbandsgemeinde und deren Bürgermeister Robert Reck einen Besuch abstattete, will eine Initiative starten, damit das Land wieder die Federführung bei der Bekämpfung des Schädlings übernimmt.

Auch bei der Verbandsgemeinde Seehausen schrillen nach der stark ansteigenden Population des Eichenprozessionsspinners, dessen Raupen auch beim Menschen toxische Wirkungen hinterlassen können, die Alarmglocken. In diesem Jahr wurden allein zwischen den Gemeinden Zehrental und Altmärkische Wische 70 Hektar mit chemischen Pflanzenschutzmitteln besprüht. Mittlerweile sind ein Großteil der Gemeinden der VG Seehausen vom Befall betroffen. Zu den 70 Hektar, die von der Luft aus bearbeitet wurden, kamen weitere rund 1800 Bäume, die separat vom Boden aus mit geeigneten Insektiziden behandelt wurden. Dieses Jahr waren 35000 Euro im Haushalt der VG eingestellt. Angesichts der Zunahme des Forstschädlings dürfte diese Summe im kommenden Jahr nicht ausreichen. Die Verbandsgemeinderäte setzten die Problematik als eine der wichtigsten Punkte weit oben auf ihrer Agenda.

Seehausen/Osterburg als Wachstumskern

Unterstützung erhalten sie von Rüdiger Erben und Ralf Bergmann, die hoffen, dass Mittel zur Bekämpfung in den sachsen-anhaltinischen Doppelhaushalt 2015/16 eingestellt werden. An dem Treffen nahmen auch Hans-Jörg Steingraf, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) in Osterburg, und Horst Sandmann, Leiter der Wasserwehr der VG Seehausen, teil. Erben hat sich in Bömenzien und Nachbarregionen am Zehrengraben von den Hochwasserschutzmaßnahmen überzeugt.

Der SPD-Politiker erhofft sich von der nördlichen Altmark ein ähnlich gutes Wachstum wie von der Prignitz. "Ich sehe es als erforderlich an, dass sich die Region Seehausen/Osterburg eine ähnliche Identität gibt und gezielt vom Land gefördert wird, um bestmöglich vom geplanten Bau der A14 und B190n profitieren zu können. Damit könnte die Wirtschaft der Altmark von zwei Polen gestärkt werden: Von Stendal/Arneburg und Seehausen/Osterburg", machte er deutlich.