Rossau l Wieder einmal hatten sich ehemalige Klassenkameraden des Einschulungsjahrgangs 1946 in der Rossauer Bootsstation getroffen, um sich der alten Schulzeit zu erinnern, als sie gemeinsam in der Groß Rossauer Grundschule die Schulbank drückten.

Bis 1954 waren 30 Jungen und Mädchen unter dem Klassenlehrer und Schulleiter Willi Poppendiek eine Gemeinschaft, in der ernsthaft gelernt wurde, man aber auch Spaß hatte. Nun hatten 13 von ihnen ein Wiedersehen gefeiert. "Das wollen wir jetzt jedes Jahr machen, denn wir werden alle nicht jünger", sagte Friedegard Zeiske, die in Groß-Rossau lebt.

Ehemalige kamen aus allen Himmelsrichtungen

Nach 48 Jahren hatte man sich nach ihrer Aussage zum ersten Mal getroffen. Sie sowie Helga Lorenz und Eva Völzke hatten die Adressen ausfindig gemacht und die Klassenkameraden von einst, die heute 74 beziehungsweise 75 Jahre alt sind, telefonisch eingeladen. Viele hatten sich im Laufe der Jahre weit entfernt niedergelassen - zum Beispiel in Cottbus, Senftenberg, Dessau, in der Nähe von Dresden und in Marsberg in Nordrhein-Westfalen. Hier im Sauerland war Siegfried Rösch sesshaft geworden. "Er ist zwar nur drei Jahre mit uns zur Schule gegangen, wollte aber mit dabei sein", berichtete Friedegard Zeiske. "Er war aber nur einmal gekommen."

Treffpunkt der Ehemaligen ist immer die Bootsstation, mit Ausnahme im Jahr 2004, als man das 50. Wiedersehen in größerem Rahmen in der Landessportschule in Osterburg feierte. "In der Bootsstation bei Arno Heinrich und Martina Gregorowius fühlen wir uns stets gut aufgehoben", so Zeiske. "Heute haben sie uns zu Mittag das aus Seehausen besorgte Gulasch warm gemacht, Kartoffeln gekocht, für Getränke und Kaffee und Kuchen gesorgt."

Älteste Kirche der Altmark steht in Groß Rossau

Es sei wieder ein schöner Tag gewesen, war man einhellig der Meinung. Man kramte in den Erinnerungen, sang zusammen alte Lieder und unternahm einen Spaziergang durchs Dorf. Dr. Siegfried Dömeland, der aus Dessau angereist war, "unser Doktor", wie Friedegard Zeiske stolz sagte, hatte ein kleines Klassen- und Dorfarchiv zusammengestellt, an Hand dessen er über den einstigen Heimatort, der in diesem Jahr auf die 830. Wiederkehr seiner urkundlichen Ersterwähnung als "Rossow" zurückblickt, berichtete.

Zum Beispiel steht seines Wissens in Groß Rossau die älteste Kirche der Altmark, errichtet zwischen 1100 und 1150. Auch aus der Siedlungsgeschichte wusste Dömeland Interessantes zu erzählen. Des weiteren kam Dömeland auf das Kriegerdenkmal in Groß Rossau zu sprechen, "das sieht sehr desolat aus und sollte in Ordnung gebracht werden. Man müsste mit dem Rossauer Ortsbürgermeister darüber sprechen".