Die aus den Farben beider Mannschaften bestehenden Freundschaftsschals sind bereits bestellt. Ein Fußball-Pokalspiel, bei dem in Osterburg mehr als 1000 Besucher erwartet werden, wirft seine Schatten voraus.

Osterburg/Krevese l Der 1. FC Magdeburg ist am 6. September Gegner des Kreveser SV - der kleine Verein aus der Einheitsgemeinde Osterburg gegen den einstigen Europapokalsieger aus der Landeshauptstadt. Der Anpfiff für das Duell in der zweiten Runde des Fußball-Landespokals erfolgt um 15Uhr.

Im Osterburger Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion gibt sich der Viertligist und klare Favorit in dem Duell die Ehre. Maximal finden rund 2000 Zuschauer Platz in dem Rund, die Gäste aus der Landeshauptstadt werden mit vielen Fans anreisen. Allerdings wird das Gros der Anhängerschaft nicht mit dem Zug anreisen. Was bedeutet, dass die Innenstadt von Osterburg nicht den Weg der Schlachtenbummler, die größtenteils mit den eigenen Fahrzeugen anreisen werden, kreuzen wird. Das ist das Ergebnis der Gespräche im Vorfeld, an dem neben Verantwortlichen des Osterburger Ordnungsamtes auch die Polizei, der Kreveser SV und der Fanrat des 1. FC Magdeburg teilnahmen. Nach einem zu Grunde gelegten Punkte-Bewertungssystem wird das Spiel als nicht gefährlich eingestuft. Doch vorab sind einige Aufgaben für das Ordnungsamt und den Verein zu erfüllen.

Nach dem benannten System und der kalkulierten Zuschauerzahl empfiehlt Ordnungsamtsleiter Matthias Frank den Einsatz von drei Sanitätern. "Der Verein hat außerdem signalisiert, einen Krankenwagen mit entsprechendem Personal zu ordern." Der Kreveser Sportverein wird neben einem bestellten Sicherheitsdienst auch eigene Ordner einsetzen. Beide Vereine hoffen jedoch auf eine tolle Stimmung ohne Ausschreitungen.

Der 1. FC Magdeburg hat natürlich auch viele Fans in der Altmark. Und einer aus Osterburg schaffte es in die ruhmreiche Mannschaft der 70er Jahre. Vor allem die jüngere Generation weiß wohl nicht mehr, dass Osterburg die Heimat von Wolfgang Abraham war. Das Elternhaus des leider 2013 verstorbenen Außenstürmers, der aufgrund seiner Schussstärke den Beinamen "Bomber" erhielt, steht heute noch in der Bahnhofstraße 6 und beherbergte bis 2008 eine Bäckerei.

Schaufenster-Deko mit Fußballutensilien

Heute ist das Objekt wieder von positiv verrückten Fußballern bewohnt: Enrico Weihrauch lebt zusammen mit seinem Sohn Marius in dem Gebäude. Und der schnürt seine Stiefel für den Kreveser SV und ist eine feste Größe im Team der Schützlinge von Trainer Holm Hansens. Enrico Weihrauch ist auch Fan des 1. FCM, drückt der Mannschaft seit Kindesbeinen an die Daumen und hat das Schaufenster seines Hauses mit Fan-Accessoires beider Vereine dekoriert. Beide sind natürlich im Stadion, der eine am Spielfeldrand, der andere auf dem Platz. "Das ist der absolute Höhepunkt meiner sportlichen Laufbahn. Wir als Team wollen unseren Beitrag zu einem stimmungsvollen, sportlich fairen Pokaltag leisten. Es wäre schön, wenn auf den gut gefüllten Rängen eine Fanfreundschaft zwischen Krevese und Magdeburg entsteht", hofft Marius Weihrauch. Die Fanschals sind bereits bestellt.

Das Ordnungsamt hofft auf einen ruhigen Ausgang. "Wir haben den Hinweis gegeben, die Geschwindigkeit auf der Bundesstraße in diesem Bereich und auf der Landesstraße nach Krevese in den Nachmittagsstunden herabzusetzen", sagt Matthias Frank. Die meisten Besucher werden zu einer Zeit an- und abreisen. Die letztliche Entscheidung fällt indes das Straßenverkehrsamt des Landkreises.

Das an der Bundesstraße gelegene Gelände, das auch für die Veranstaltung zum Sparkassencup Parkmöglichkeiten bietet, wird wieder als Parkplatz dienen. Bisher sind 950 Karten verkauft worden.