Die Anwohner des Osterburger Hains bemängeln den Zustand des idyllischen Plätzchens nahe der Kindertagesstätte "Jenny Marx". Dort sprießt das Unkraut.

Osterburg l Anwohner der Osterburger Bahnhofstraße und der Hainstraße haben eine kleine Idylle in ihrer Nachbarschaft: der Hain mit seinem alten Baumbestand, der in früheren Jahren Anziehungspunkt vieler Kinder und Jugendlicher und als Spielgelände ein beliebter Treffpunkt war. Allerdings hat der Bereich an Bedeutung verloren, was Einwohner kritisieren. Denn der dortige Wildwuchs macht nicht gerade Werbung für dieses zwischen Kindertagesstätte "Jenny Marx" und der Kreismusikschule/Kreisvolkshochschule gelegenen Areal.

Sitzgelegenheiten und Spielgeräte fehlen

Einerseits sind die Anwohner über diese grüne Oase in ihrer Nachbarschaft erfreut, andererseits über den aktuellen Zustand erschrocken und verärgert. "Die Gräser wachsen, das Unkraut blüht. Ich würde gerne meinen Enkeln auf einer Bank beim Spielen zuschauen", sagt Luise Arndt. Doch Spielgeräte und Sitzgelegenheiten sucht man an diesem Ort vergebens. Dieser Meinung schloss sich auch Sandra Meyer unumwunden an. "Ein wirklich romantischer Ort. Mein siebenjähriger Sohn Lennardt würde hier gern mit seinen Kumpels stundenlang Fußball spielen", sagt die Frisörin. Im Land des viermaligen Fußball-Weltmeisters scheinen Tore rar zu sein - auf dem Hain stehen jedenfalls seit vielen Jahren keine mehr. Der einstige Fußballplatz ist von einem Metallzaun umgeben und beherbergt ein Verkehrsgarten.

Sandra Meyers Tochter Merle (12) könnte sich den Hain sogar als Veranstaltungsort vorstellen. "Ich fahre mit meiner Mutter oft auf Flohmärkte. Warum so weit fahren? Der Hain ist der ideale Standort für kleine Veranstaltungen", sagt sie. Aber der Bereich verwahrlost zunehmend. Schon vor zwei Jahren machten Anwohner auf den untragbaren Zustand aufmerksam. Mit einem freiwilligen Arbeitseinsatz wollten sie das Gelände aus seinem Dornröschenschlaf wecken und der Hansestadt als Eigentümer mit dieser Aktion die Botschaft übermitteln: Denkt bitte an diesen Bereich!

Wie die Anwohner beobachten konnten, herrschte an einem Tag auch reges Treiben auf der Fläche; mit einem Freischneider wurde das überlange Grün gekürzt. Danach sei wieder absolute Stille eingezogen.

"Wir wurden jedoch nur vertröstet"

"Wir hatten mit einigen Anwohnern ein Konzept erstellt, wie man den Hain mit wenigen finanziellen Mitteln wieder auf Vordermann bringen kann, wollten uns daran aktiv beteiligen. Die Stadt wollte prüfen, ob dafür Fördermittel beantragt werden können. Wir wurden jedoch nur vertröstet, haben keinen unbedingten Willen der Stadt für das idyllische Plätzchen gespürt", zeigt sich auch Anwohner Enrico Weihrauch enttäuscht.

"Ich werde mir die Sache in den nächsten Tagen anschauen", versprach Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz, den die Volksstimme gestern in seinem Urlaub erreichte.