Jeder kennt es, viele haben eins - ein Büro. Mal unaufgeräumt, mal ordentlich, aber immer einzigartig und oft persönlich. Die Volksstimme stellt in loser Reihenfolge Arbeitszimmer vor. Heute: Pfarrerin i. R. Veronika Benecke aus Beuster.

Beuster l Auch wenn sich Pfarrerin Veronika Benecke vier Jahre nach ihrem Ruhestand bei ehrenamtlichen Aufgaben etwas zurücknimmt, lässt sich bei ihr i. R. immer noch gut und gerne mit "in Reichweite" übersetzen. Nach wie vor vertritt sie Kollegen, arbeitet in den Vorständen des örtlichen Kirchenfördervereins oder des Gustav-Adolf-Werkes mit und ist Vorsitzende des Hilfswerkes Kinder von Tschernobyl. Ohne Büro gleich neben der guten Stube im liebevoll sanierten Pfarrhaus in Klein Beuster geht da gar nichts. Und da ihr Chef auf Lebenszeit "nur" seelischen Beistand leistet, muss sie im Arbeitszimmer selbst für Ordnung sorgen. Was sie sich in so fern erleichtert, dass kaum mehr ein paar Quadratmeter frei sind, wo sie etwas Neues hinstellen, -legen oder -hängen könnte. Allerdings werden demnächst ein paar Regalböden frei, wenn sie die alten Unterlagen aus ihrer Zeit als Mitglied im Stadtrat Seehausen schreddert.

Der exklusivste Platz im Büro gehört einem großen Foto, auf dem sie keinen Menschen kennt. Aber es stellt die Vielfalt der ethnischen Volksgruppen dieser Welt dar.

Apropos Welt. Gleich daneben hängt eine spartanisch angefertigte Eisenkugel, die die Endlichkeit und Verletzlichkeit des Erdballs darstellt.

Auch sofort ins Blickfeld gerät ein afrikanischer Lebensbaum. Die filigrane Schnitzarbeit hat sie auf einem Markt in Dar es Salaam, der größten Stadt in Tansania erworben.

Von ihren Aufenthalten im Auftrag der Lutherischen Landeskirche hat sie auch viele aus buntem Bast geflochtene Schalen aus dem afrikanischen Partnergebiet mitbegracht. In großen Teilen Afrikas sind das Alltagsgegenstände und oft das einzige was die Menschen vor Ort verschenken können.

Papierkram, Papierkram und noch mal Papierkram. Kein Wunder bei diesem ehrenamtlichen Engagement.

Bücher, Bücher und nochmals Bücher. Auch kein Wunder bei dem Beruf und der Berufung. Da wird deutlich, dass Theologie eine Wissenschaft ist. Veronika Benecke verschmäht aber auch Unterhaltungskost nicht.

Die rustikalen Kerzen erinnern Veronika Benecke an den Spaß und an den Stress zur 800-Jahr-Feier Vielbaums 2008.

Die Pastorin im Unruhestand hat einen Faible für Glasgefäße in allen Varianten. Ein System steckt hinter der kleinen Sammelleidenschaft aber nicht.

Schlaue, nachdenkliche und lustige Sprüche auf Postkarten zwackt sie auch gern an ihre Regalwände des Arbeitszimmers. Einer dürfte auch ein Stück Lebensmotto sein: Solange man Pläne schmiedet, gehört man nicht zum alten Eisen.