Osterburg l Zu einem musikalischen Ausflug hatte der Stendaler Musiker Tilman Frieser am Sonntagnachmittag die Zuhörer seines Benefizkonzerts in der evangelischen St.-Nicolai-Kirche eingeladen. An der kleinen Orgel musizierte er zugunsten der Rekonstruktion der historischen Buchholz-Orgel und stellte Teil I und II der von ihm komponierten Sommer-Suite vor.

Diese Komposition beschreibt klanglich Friesers Inspiration eines Sommertages von der locker-leichten Morgenstimmung über Unternehmungslust und -freude bei herrlichem Wetter bis zum romantisch verbrämten Abendlied. "Entstanden sei das Werk für eine Orgelandacht in St. Marien in Stendal", erklärte der Organist im Gespräch mit der Volksstimme. "Für das heutige Konzert in St. Nicolai habe ich es ausgebaut und erweitert." Etwa eine Stunde konnte sich das Publikum dem Zauber der Musik hingeben.

Frieser, Jahrgang 1970, lebt in Stendal und hatte bereits als Fünfjähriger Bekanntschaft mit dem Klavierspiel geschlossen. Er besuchte in Stendal die Musikschule, nahm Förderunterricht an den Musikhochschulen in Berlin und Leipzig, absolvierte eine Ausbildung als Tonmeister an der Universität der Künste (UdK) in Berlin, hatte in Stendal Psychologie studiert und befindet sich derzeit in der Ausbildung zum Kirchenmusiker.

Schwellwerk fordert die Instrumentenbauer

Er komponiere eigentlich seit seiner frühen Jugend, verriet Frieser auf Nachfrage. "Allerdings mehr für den Hausgebrauch. Ich freue mich natürlich, dass meine Musik darüber hinaus Anklang findet." Hauptberuflich belege er eine halbe Planstelle als Kirchenmusiker im Bereich Tangerhütte. "Ansonsten bin ich freiberuflich in verschiedenen Formationen von Jazz bis Volksmusik unterwegs und mache Schauspielmusik für das Theater der Altmark in Stendal", erzählte er. Er sei übrigens nicht zum ersten Mal in Osterburg, ließ er die Volksstimme wissen. "Ich habe bereits in größerem Rahmen eines Konzerts hier in der Nicolai-Kirche gespielt und auch als Tontechniker das von Kreiskantor Friedemann Lessing geleitete Altmärkische Musicalprojekt begleitet." Lessing habe ihn auch zu diesem Benefizkonzert inspiriert.

Apropos Benefizkonzert. Gegenwärtig befindet sich die Buchholz-Orgel in ihrem dritten Bauabschnitt, für den einst 120 000 Euro Baukosten veranschlagt worden sind. "Die werden nicht reichen", sagte Renate Böhm, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, gefragt zum Stand des Projektes. "Beim Ausbau weiterer zu erneuernder Teile Anfang des Sommers wurde festgestellt, dass die Orgel mal einen so genannten Schwellkasten besessen hatte, in dem sich Register befanden, die der stufenlosen Lautstärkeregulierung dienen. Dieses Schwellwerk soll wieder eingebaut werden, zumal es sich wohl herausgestellt hatte, dass unsere Orgel die erste von Buchholz gebaute war, die damit ausgestattet war." Also müsse man wohl die Bausumme neu berechnen, und der Förderverein hoffe auf weitere Spenden und möglicherweise Fördergelder.

Bilder