Der langjährige Leiter der Feuerwehr Plätz, Frank Hoedt, hat am Montag gegenüber dem Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbeck seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er zeigte sich äußerst enttäuscht darüber, dass seine Qualifikationen nicht für die sechsjährige Ernennung zum Ehrenbeamten anerkannt werden.

Goldbeck/Plätz l Die Ernennung von zwei amtierenden Wehrleitern ins Ehrenbeamtenverhältnis stand mit auf der Tagesordnung für die Sitzung des Verbandsgemeinderates Arneburg-Goldbeck am Montag. Vor Sitzungsbeginn hatte Frank Hoedt um Rederecht gebeten, das ihm auch gewährt wurde.

Seit 13 Jahren bekleidet Frank Hoedt in Plätz die Funktion des Wehrleiters. Zuvor war er seit 1994 stellvertretender Feuerwehrchef in der Gemeinde. Seit seiner Jugend habe er sich in der Feuerwehr engagiert und im Laufe der Jahre zahlreiche Qualifikationen erworben, alles in der Freizeit. 2001 seien dann die Verwaltung und die mit dem Brandschutz befassten Gremien der Verwaltungsgemeinschaft mit der Bitte an ihn herangetreten, in Plätz die Wehrleitung zu übernehmen. Aus Verantwortung für die Allgemeinheit habe er eingewilligt und die Ausbildung dafür absolviert, darunter einen Lehrgang, der ihm empfohlen worden sei, um die offizielle Anerkennung als Wehrleiter zu erlangen.

Empfohlene Ausbildung wird nicht anerkannt

Konkret sei es die Ausbildung gewesen, die er auf Empfehlung von führenden Brandschützern und auch von Verwaltungsleiter Eike Trumpf absolvierte. 2002 habe er dann (ebenfalls auf Empfehlung) noch zusätzlich einen Ergänzungslehrgang absolviert, weil er die zu DDR-Zeiten erlangte Gruppenführerausbildung nicht mehr nachweisen konnte. Jahrelang nahm dann alles seinen normalen Verlauf. Hoedt arbeitete ehrenamtlich als Wehrleiter in Plätz und auch die Vergütungen seien immer gezahlt worden.

Aber dann kam alles anders. Kürzlich sei ihm von der Verwaltung auf Nachfrage mitgeteilt worden, dass die Berufung als Wehrleiter nur für zwei Jahre erfolgen könne. Begründet worden sei dies damit, dass laut Auskunft des Landkreises Stendal seine Qualifikation noch immer nicht für die Wehrleiterfunktion ausreiche. Die erlangte WR1-Ausbildung sei laut Auskunft der zuständigen Behörden eine Wehrleiterausbildung, die allein als Zusatzqualifizierung auf der Gruppenführer-Ausbildung basiere. Diese habe er bereits zu DDR-Zeiten absolviert, konnte dies jedoch leider nicht mehr nachweisen. Trotzdem, so der 54-Jährige, sei er seit Jahren als Wehrleiter tätig und werde als solcher auf Ebene der VG auch offiziell behandelt. Das besagten beispielsweise die Anschreiben der Einladungen zu den Wehrleiterdienstberatungen. Und selbstverständlich habe er stets alle Verpflichtungen, die mit der Wehrleiterfunktion einhergingen, gewissenhaft erfüllt. Aber eine Kontrolle des Zahlungsverkehrs auf seinem Konto habe kürzlich gezeigt, dass bereits seit 2012 die ihm aus seiner Sicht zuständigen Vergütungszahlungen nicht eingegangen seien. Niemand, betont Hoedt, habe ihn darüber informiert, dass er offiziell nicht mehr als Wehrleiter eingestuft sei, obwohl man offenbar sehr gern auf sein ehrenamtliches Engagement gebaut habe. Erst nachdem er sich nach dem Grund für das Ausbleiben der Zahlungen erkundigt habe, sei ihm nahegelegt worden, die Ausbildung zum Leiter einer Feuerwehr zu absolvieren. "Aber eine solche Ausbildung habe ich ja bereits - auf Empfehlung, wohlgemerkt. Ich kann es nicht fassen, dass es offenbar die falsche Qualifikation gewesen ist."

Hoedt verlangt auch Vergütungs-Nachzahlung

Wie Hoedt hinzufügte, habe er es nunmehr abgelehnt, erneut eine Wehrleiter-Ausbildung zu absolvieren. "Aus diesen Gründen", schloss der Plätzer Feuerwehrchef seine Ausführungen, "trete ich mit sofortiger Wirkung von meiner Funktion als Wehrleiter und als Mitglied der Feuerwehr zurück. Außerdem verlange ich die Nachzahlung der nicht gezahlten Wehrleiterentschädigung."

Mehrere Ratsmitglieder sowie VG-Bürgermeister Eike Trumpf nahmen den Rücktritt mit Bedauern zur Kenntnis. Auch Ordnungsamtsleiter Karsten Rottstädt äußerte sich entsprechend. Wie er auf Nachfrage von Wolfgang Trösken ausführte, seien jedoch während einer Wehrleiterdienstberatung im Januar dieses Jahres, bei der auch Frank Hoedt anwesend gewesen sei, detaillierte Auskünfte über die erforderlichen Qualifikationen als Wehrleiter und die damit verbundenen Ehrenamtszeiten gemacht worden.

"Leider wird die von Herrn Hoedt erlangte Wehrleiter-Ausbildung nicht anerkannt. Darum hätte seine Berufung als Ehrenbeamter in der Funktion des Wehrleiters am Montag nur vorläufig erfolgen können - für die Dauer von zwei Jahren. Das hat Herr Hoedt jedoch abgelehnt. Es ist sehr bedauerlich, dass er als Wehrleiter zurückgetreten ist und sogar der Feuerwehr generell den Rücken kehrt."

Trösken machte bei der Diskussion der Verwaltung den Vorwurf, dass Hoedt offenbar falsch beraten worden sei. Zudem wäre es die Pflicht der Verwaltung gewesen, ihn persönlich über die Einstellung der Zahlung der Wehrleiter-Entschädigung zu informieren.

Der VG-Ratsvorsitzende Norbert Kuhlmann äußerte am Montag die Hoffnung, dass ein klärendes Gespräch mit Frank Hoedt noch dazu führen könne, dass Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden können und der Wehrleiter seinen Schritt noch einmal überdenkt.