Am Sonntag wird der Tag des offenen Denkmals begangen. Auch in der Hansestadt Werben werden wieder viele Besucher erwartet. Der Arbeitskreis Werbener Altstadt möchte den Denkmalstag auch zum Anlass nehmen, um auf Probleme aufmerksam zu machen.

Werben l Der Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) hat in dem historischen Stadtkern von Werben in Zusammenarbeit mit der Stadt schon viel erreicht. Der Verein sicherte in der Vergangenheit eine Reihe wertvoller Gebäude vor dem Verfall und vermittelte Häuser an Käufer aus ganz Deutschland. So wurden nicht nur viele Objekte gerettet, sondern wieder fachgerecht saniert und zu lebens- und sehenswerten Kleinoden hergerichtet.

Trotzdem gibt es noch eine Menge zu tun. Zahlreiche Domizile warten noch auf Käufer und Bauherren. Dort, wo der AWA Zugriff hat, können Gebäude zumindest gesichert und so der Verfall aufgehalten werden. "Aber in einer Reihe von anderen Fällen ist das leider nicht möglich. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse sind dafür meist die Ursache. In anderen Fällen gibt es Eigentümer, die sich nicht oder zu wenig um ihren Besitz kümmern", erklärt Werner Eifrig. Vorsitzender des AWA, gegenüber der Volksstimme.

Fachwerkhaus stellt eine Gefahrenquelle dar

Ein besonderer Dorn im Auge ist dem Verein, aber auch vielen Werbener Bürgern, seit langem das EckhausLange Straße-Kirchstraße. Das marode Fachwerkhaus verfällt immer weiter und stellt mittlerweile eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit dar.

Der AWA-Chef zeigt auf einen Fachwerkbalken, der sich erheblich in Richtung Straße neigt. Ein weiteres großes Problem sei, dass jedermann in das Haus eindringen könne. "Solche Häuser ziehen doch Kinder und Jugendliche an. Sie könnten auf Dummheiten kommen und gefährden sich selbst, wenn sie das Haus und Grundstück betreten", meint Eifrig besorgt. Der AWA, aber auch die Stadt hätten dieses Problem schon mehrfach beim dafür zuständigen Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck angesprochen. Es tue sich einfach nichts. Die Verwaltung argumentiere, dass die Eigentumsverhältnisse zu klären seien. "Aber meines Wissens ist der Eigentümer des Gebäudes bekannt. Eifrig: "Schon unser Altbürgermeister Volkmar Haase hat sich bei der Verwaltung um eine Lösung des Problems bemüht; ebenso sein Nachfolger Jochen Hufschmidt - mit einer Problemliste und Fotos vom AWA. Aber es hat sich noch immer nichts getan. Nicht einmal für die notwendige Ordnung und Sicherheit wird gesorgt."

Gefragt seien diesbezüglich sowohl der Eigentümer als auch die Verwaltung. Eifrig: "Der AWA tritt seit langem dafür ein, dass Häuser in der Hansestadt Werben fachgerecht saniert werden, aber solche unerfreulichen Dinge konterkarieren dieses Anliegen."

Trotz Problemen - AWA freut sich auf Denkmalstag

Trotz dieses Ärgernisses blickt Eifrig mit Freude auf den Tag des offenen Denkmals. Denn es gibt vor allem Beispiele gelungener Gebäudesanierungen zu zeigen. "Das Besondere an Werben ist, dass auch private Eigentümer ihre Häuser und Grundstücke für Besucher öffnen", freut sich der AWA-Chef. Als Beispiel nennt er Luzille Thoyer, die in der Langen Straße 50 ein Fachwerkhaus erwarb und dieses auf vorbildliche Weise restaurierte und schließlich nach ihren ganz persönlichen Vorstellungen einrichtete. Auch dieses gelungene Projekt sei über Kontakte des AWA zustande gekommen. "Wer sich dafür interessiert, wie man historische Häuser fachgerecht sanieren und wieder mit neuem Leben erfüllen kann, der sollte nach Werben kommen", wirbt Werner Eifrig.

Der Tag des offenen Denkmals ist dafür sicher ein idealer Anlass. Die meisten Gebäude haben in der Zeit von 10 bis 17Uhr geöffnet. Es gibt Führungen, Ausstellungen, Vorträge und für Kinder eine Gelegenheit, sich unter Anleitung kreativ zu betätigen. Bei einigen der beteiligten Gastgeber können sich die Besucher bei Kaffee, Kuchen, Bio-Bratwurst und anderen kulinarischen Angeboten stärken.

 

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