Im Rahmen ihrer Festwoche wartete am Dienstagabend ein weiterer Höhepunkt auf die Königsmarker. Danuta Ahrends, Edgar Kraul und Thomas Stein vom Club altmärkischer Autoren waren zu Gast.

Königsmark l Heitere Geschichten mit kriminellem Hintergrund konnten sich die rund 60 Besucher eines literarisch-musikalischen Abends am Dienstag in der Sommerküche der Heilpädagogischen Einrichtung zu Gemüte führen. Das Publikum wurde gleich zu Beginn in Kenntnis gesetzt: Die meisten Morde sind Beziehungsmorde, und Frauen morden anders als Männer - sie müssen den Mord planen und haben nicht so viel Kraft als jene.

Im Rahmen der Feierlichkeiten der Festwoche 850 Jahre Königsmark gab die Osterburger Autorin Danuta Ahrends ein paar Proben ihres Erzähltalents zum Besten, auf der Gitarre musikalisch und thematisch durchaus passend unterstützt von Liedermacher Thomas Stein und Edgar Kraul. Nach mehreren vom Kultur- und Sportverein Altgemeinde Königsmark initiierten Lesungen in Wolterslage, Rengerslage und Königsmark ist das Dreigespann vom Club altmärkischer Autoren in Königsmark keine unbekannte Größe.

Hausherr Thomas Annabring hatte sich gefreut, nach dem Vortrag von Kreisheimatmuseumschef Frank Hoche am Vorabend den Raum erneut so gut besetzt zu sehen. Mitarbeiterinnen der Einrichtung hatten wieder für ein Imbissbüfett und Getränke gesorgt. Überdies wurden Besuchern Arbeiten aus den Werkstätten des Heimes zum Verkauf angeboten.

Im Publikum hatte sich Spannung breit gemacht. Wohl in der Befürchtung, dass Blut fließen könnte, waren in der ersten Reihe einige Plätze frei geblieben. Der Beginn war harmlos und sanftes Wangen streicheln. Mit der Feststellung "Sie haben das Dorf so schön geschmückt; man merkt, Sie lieben Ihr Dorf", hatte sich Danuta Ahrends gleich gut eingeführt.

Aber es sollte doch spannend werden. Die erste Geschichte aus der Feder der Vorleserin - weil sie etwas lang war, gab es musikalische Zwischenspiele - ist in der, leider vergriffenen, Anthologie altmärkischer Kriminalgeschichten "Blasenwurst und Tote Oma" enthalten. Mit "33 Löffel bis zum Tod" schildert die Autorin eine klassische Dreiecksgeschichte mit tödlichem Ausgang. Ein hypochondrischer Ehemann stirbt beim Essen seines Leibgerichts "Grüne-Bohnen-Suppe mit Eierkuchen", weil er glaubt, seine bessere Hälfte hätte ihn wegen seines Fremdgehens vergiftet. Am Schluss stellt sich heraus, dass das Fläschchen, das die rachsüchtige Gattin in die Suppe entleert hatte, kein Gift, sondern Wasser enthielt; der Ehemann ist also an seiner gesteigerten Einbildung gestorben. Die Handlung ist gut und sprachlich geschickt aufgebaut; der Spannungsbogen bleibt Dank der Erzählweise der Autorin bis zum Schluss erhalten. Vielleicht pikant: Zum Schauplatz der Handlung hatte Ahrends das Gutshaus Krevese gewählt.

Kürzer, aber nicht weniger humorvoll, ein wenig kafkaesk und ebenfalls mit überraschendem Schluss waren die anderen Geschichten. In "Die Froschkönigin", übrigens eine Erstvorstellung, wird ein aus verschmähter Liebe geplanter Selbstmord verhindert, und in "Sie nannte ihn Picasso" wird einem seiner Muse zu sehr zugeneigten Maler ein Ohr abgetrennt, das nicht mehr aufzufinden ist. (Der Hund) "Anthony rülpste vernehmlich..."

Bilder