Der wohl bekannteste Elbeschützer Sachsen-Anhalts, Ernst Paul Dörfler, hat kürzlich sein elftes Buch veröffentlicht - den Reiseführer "Biosphärenreservat Mittelelbe". Darin wird auch für Ziele in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck geworben.

Arneburg/Werben l "Es gibt viele Reiseführer auf dem Markt. Fast täglich werden es mehr. Aber der Reiseführer ,Biosphärenreservat Mittelelbe` stellt eine Premiere dar. Erstmals in Ostdeutschland wird explizit ein Biosphärenreservat als Reiseziel beworben", so der Autor, Ernst Paul Dörfler, im Volksstimme-Gespräch.

Dem bekannten Umweltschützer, der bereits eine ganze Reihe von Büchern über die Elbe geschrieben hat, war es eine Herzensangelegenheit, einen Reisführer über die riesige Flusslandschaft Mitteldeutschlands herauszubringen. "Am letzten Tag der DDR-Volkskammer ist es gelungen, die Weichen für das Großschutzgebiet ,Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe` zu stellen. So etwas wäre nach der Wende nicht mehr möglich gewesen. Heute ist es allgemein akzeptiert, dass wir das Biosphärenreservat haben. Es handelt sich um den letzten frei fließenden Strom in Deutschland", sagt Dörfler.

"Ein Schatz, auf den wir stolz sein können"

Die Elbe habe eine noch in weiten Teilen intakte Flusslandschaft, in der es noch viele Tiere und Pflanzen gebe, die etwa in den alten Bundesländern längst ausgestorben seien. Diese Natur, die Schönheit und Weite der Landschaft und nicht zuletzt die reiche Kultur entlang des Stroms gelte es, noch mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Dafür solle der Reiseführer einen Beitrag leisten. Angesprochen seien potenzielle Reisende aus anderen Regionen ebenso wie die Menschen entlang der Elbe. Es sei wichtig, gerade Letzteren noch bewusster zu machen, welchen Schatz sie vor ihrer Haustür hätten. Dörfler betont: "Es ist ein Schatz, auf den wir stolz sein können." Das Druckwerk geht auch auf den nördlichen Teil des Biosphärenreservats ein.

Unter anderem die Orte Werben, Büttnershof und Arneburg finden in Wort und Bild Erwähnung. Auch Geschichtliches greift Dörfler auf. Zum Beispiel die Tradition der Elbfischerei in Arneburg. "Noch vor 100 Jahren war das Flussneunauge eine Spezialität. In Arneburg wurde es in Mengen gefangen und verkauft. Die Elbfischerei war ein Wirtschaftsfaktor. Und in Verbindung mit dem Tourismus könnte sie es sogar wieder werden - wenn wir es schaffen die Wasserqualität und die Flussmorphologie der Elbe noch weiter zu verbessern. Immerhin gibt es die positiven Beispiele der Wiederansiedlung des Lachses und des Störs. Auch das Neunauge gibt es noch in der Elbe, jedoch selten. Es steht auf der Roten Liste."

Mit Blick auf die Hansestadt Werben erwähnt Dörfler im Reiseführer zum Beispiel die sehenswerte Altstadt mit den vielen Storchenhorsten und die Biedermeiermärkte. "Diese überregional bekannte Veranstaltungsreihe ist ein Alleinstellungsmerkmal von Werben. Kluge und engagierte Leute haben sich für ihre Stadt und Region etwas einfallen lassen."

"Für Mensch und Pferd ein Dach über dem Kopf"

Innerhalb der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck wird in dem Reiseführer zudem die Ausflugsgaststätte Gutshaus Büttnershof erwähnt, wo nicht nur Menschen, sondern auch Pferde bestens versorgt werden.

Ein weiteres Anliegen ist dem Autor, den Radtourismus zu fördern. Sein Reiseführer enthält daher auch Tipps zu empfehlenswerten Radtouren. "Der Ausgangspunkt ist jeweils ein Bahnhof. In Sachsen-Anhalt können Reisende Fahrräder kostenlos mit der Bahn mitnehmen. Warum sollte dieses Angebot nicht noch intensiver genutzt werden?", so Dörfler. Der Umweltschützer sieht den Reiseführer auch als einen Beitrag zur aktuellen Diskussion und Entscheidungsfindung zum Gesamtkonzept Elbe.

Den Reiseführer "Biosphärenreservat Mittelelbe" (ISBN 978-3-89920-832-0) gibt es unter anderem im Buchhandel.

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