Meseberg l "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal zu einer Kronjuwelen-Konfirmation gratuliert habe", gab Pfarrer Jens Födisch am Sonntag in Meseberg ehrlich zu. Dort wurden die Jubiläen der goldenen bis Kronjuwelen-Konfirmation gefeiert. Liebevoll war die Meseberger Kirche mit Sommerblumen geschmückt, erwartungsvoll saßen die Jubilare auf den Stühlen und warteten auf das Glockenläuten.

Ein halbes Jahr lang hatte die Kirchenratsvorsitzende Renate Kleszcz diesen besonderen Tag vorbereitet. Sie recherchierte Adressen, lud persönlich und in der Zeitung zum Jubiläum ein, sie sorgte mit Unterstützung des Gemeindekirchenrates für das gesamte Drumherum am Festtag. Seit 2004 kümmert sie sich um die Organisation der Jubiläen und hatte nach zehn Jahren selbst ein Jubiläum zu feiern.

Viele Konfirmanden sind in Meseberg, Osterburg und Iden geblieben, die am weitesten gereisten kamen aus Rostock, Berlin und Meuselbach (Thüringen) angereist. Berta Behrends, die zu den Konfirmanden von 1938/39 zählt, lebt nach wie vor in Osterburg und feierte ihre Kronjuwelen-Konfirmation nach 75 Jahren. Im Café Behrends war dann auch das anschließende Kaffeetrinken angedacht, wo sich die Jubilare später Anekdoten erzählten und nach der Entwicklung von Meseberg erkundigten.

Doch der Reihe nach. Nach dem Einzug in die Kirche begrüßte Pfarrer Jens Födisch die Jubilare, Angehörigen sowie Freunde und sprach der Organisatorin Renate Kleszcz und dem Kantor Friedemann Lessing seinen Dank aus. "Jetzt ist Zeit des Atemholens. Es ist ein Tag des Dankens für ein Leben, das sie bisher führen durften", fuhr Födisch fort und zündete eine Kerze für die Weggefährten an, die nicht mehr unter ihnen weilen. "Gott hilft nicht vor allem Leiden, sondern vielmehr durch alles Leiden", betonte der Pfarrer und baute seine Predigt auf die Bibelstelle Jesaja, 46, 3ff. auf, in der es heißt: "Ich will euch tragen bis ins Alter."