Nach 2012 begaben sich am Sonnabend rund 30Fahrradfahrer zum zweiten Mal auf eine etwa 30 Kilometer lange Entdeckungstour zu touristischen Zielen der Einheitsgemeinde Osterburg. Die Fahrt führte in die östlichen Gemarkungen. Der westliche Rundkurs per Bus fiel wegen mangelnder Beteiligung aus.

Osterburg l Das Projekt zur Entwicklung des Tourismus in der Einheitsgemeinde sei mit Kosten in Höhe von 80000 Euro verbunden, informierte Bürgermeister Nico Schulz am Start. 64000 Euro davon stellt die Tourismusförderung des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung, der Rest kommt aus den Mitteln der Hansestadt.

Am Treffpunkt vor der Nicolaikirche enthüllten der Bürgermeister, Tourismusbeauftragte Anette Bütow und Ralf Engelkamp vom Kreveser "Atelier offen" eine von elf Info-Tafeln, die kürzlich in den Orten der Einheitsgemeinde aufgestellt und samt Info-Blättern zu drei Touren in Kooperation mit der Historikerin Corrie Leitz und der Druckerei Th. Schulz erarbeitet worden waren. Verantwortlich für das gesamte Projekt ist Engelkamp.

Anette Bütow führte die Pedalritter an

Aktuell am Sonnabend war die "Wir-leben-Land-Tour" durch die Wische, deren geplante Ausweisung als Naturschutzgebiet derzeit kontrovers diskutiert wird. Geführt von Anette Bütow fuhr die Gruppe über die idyllisch in die Landschaft eingebettete kleine Ansiedlung Kattwinkel zur Meseberger Mühle. Dort waren einige Mitglieder des Mühlenvereins mit Wartungsarbeiten an der wiederaufgebauten Bockwindmühle beschäftigt. Vereinsvorsitzender Bernhard Sasse erläuterte seinen Gästen den Werdegang der Rekonstruktion und die Funktionsweise der historischen Mühle.

Nächste Station der radelnden Ausflügler war die kleine gotische Dorfkirche in Wolterslage, die mit dem benachbarten Gutshaus ein historisches Ensemble bildet. Bemerkenswert sind unter anderem das spätgotische Kreuzrippengewölbe, der schlichte Altar und die fünf Chorfenster mit Glasmalereien, die Christus und die Evangelisten zeigen. Vor Ort gab Bütow einen kurzen Überblick über das Marschhufendorf Wolterslage und dessen Besiedlung durch holländische Kolonisten. Sie erinnerte auch an die FDJ-Aktion Bauplatz Wische Ende der 1950-er Jahre.

Nach dem Mittagessen in Menners Landhaus, wo der Schlüssel für eine Besichtigung der Kirche bereitliegt, ging die Fahrt weiter über Wasmerslage, Königsmark, zurück nach Meseberg. Dort machten das von der Familie von Meseberg Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Gutshaus im Fachwerkstil und die Patronatskirche als bauliches Ensemble auf sich aufmerksam. An Meierbusch vorbei führte die Tour nach Calberwisch, wo die Baumeister Gropius und Schmieden 1875 für die Familie von Jagow ein Barockschloss errichtet hatten.

Kaffeetrinken im Landhotel Düsedau

Letztes Ziel war Düsedau. Superintendent i. R. Michael Sommer informierte über die Geschichte des Gotteshauses und insbesondere deren drei Glocken, die samt Stuhl dringend einer Sanierung bedürfen (wir berichteten). Zum Kaffeetrinken traf man sich anschließend im Düsedauer Landhotel. Danach endete die Entdeckungstour in Osterburg.

 

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