Erneut haben Einbrecher dafür gesorgt, dass die Fähre "Werben" in Räbel außer Betrieb genommen werden musste. In der Nacht zum Dienstag stahlen Unbekannte alle Batterien des Wasserfahrzeugs und machten es so manövrierunfähig.

Seehausen l Als Fährführer Olaf Quiel am Dienstagfrüh gegen 6 Uhr die Fähre betrat, traute er seinen Augen nicht. Schon wieder hatten Einbrecher den Maschinenraum der Fähre aufgebrochen und alle sechs Arbeitsbatterien geklaut. Darüber hinaus wurden das Ladegerät und zwei kleine Starterbatte- rien entwendet.

Batterien wurden kürzlich schon einmal geklaut

Die gleiche Tat war vor etwa vier Wochen schon einmal ausgeübt worden. Seinerzeit konnte schnell Ersatz beschafft werden und die Fähre nahm innerhalb weniger Stunden wieder ihren Betrieb auf. Diesmal geht die zuständige Verwaltung Arneburg-Goldbeck davon aus, dass die Fähre aufgrund des Einbruchs nicht nur gestern außer Betrieb bleiben musste, sondern auch am heutigen Mittwoch noch Auswirkungen auf den Fährbetrieb hat. Wie Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt gegenüber der Volksstimme ausführt, haben sich die Einbrecher mit roher Gewalt Zugang zum Maschinenraum verschafft. "Beim letzten Einbruch war ein neues Schloss eingebaut worden. Diesmal wurden die Scharniere der Tür aufgebrochen. Die Verschlusssicherheit muss nun erst einmal wieder hergestellt werden."

Die Verwaltung Arneburg-Goldbeck schätzt den angerichteten Schaden auf rund 1500 Euro. "Es fehlen ja nicht nur insgesamt acht Batterien, sondern auch das Ladegerät. Von dem Schaden, der an der Tür zum Maschinenraum angerichtet wurde, einmal ganz abgesehen", sagte Michaela Herbst gestern gegenüber der Volksstimme. Jetzt sei zu klären, ob die Versicherung den angerichteten Schaden erstatte.

"Dreiste Tat schädigt Stadt und Menschen"

Bürgermeister Hufschmidt hält den Einbruch für eine offensichtliche Wiederholungstat. "Ich finde das ganz schlimm. Erneut mussten und müssen Leute, die von Werben aus über die Elbe zur Arbeit müssen, einen riesigen Umweg fahren, davon abgesehen, dass einige der Betroffenen am Dienstagmorgen von dem Fährausfall überrascht wurden und so zu spät zum Dienst kamen. So eine dreiste Tat schädigt die Stadt und die Menschen", ärgert sich Hufschmidt. "Ich werde aber nun nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Es gilt zu klären, ob es für die Zukunft Möglichkeiten zur Überwachung der Fähre gibt."

Das Stadtoberhaupt geht auch davon aus, dass an dem Einbruch mehrere Personen beteiligt waren. Das sieht auch Fährmann Olaf Quiel so. "Um die Batterien wegzutragen, sind aus meiner Sicht zumindest zwei Personen notwendig. Sie sind zwar schwer, aber zu bewältigen."

Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung

Um Spuren zu sichern und Ermittlungen aufzunehmen, war gestern die Wasserschutzpolizei Havelberg vor Ort. "Leider ist die Spurenlage äußerst dünn, so dass noch nicht feststeht, wie die Täter die Batterien abtransportiert haben. Wir hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, die am Abend und in der Nacht zum Dienstag eventuell in der Nähe der Werbener Fähre etwas beobachtet haben", führte der Pressesprecher der Wasserschutzpolizei Magdeburg, Dieter Bloch, gegenüber der Volksstimme aus.

Hinweise nimmt die Wasserschutzpolizei in Havelberg entgegen; Telefon: (039387)72230.