Die Seniorenheime werden seit diesen Jahr nach einer neuen Richtlinie bewertet. Diese beschäftigte gestern auch den Kreisseniorenrat.

Osterburg l Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MKD) wendet für seine Qualitätsprüfungen in den Altenpflegeheimen ein neues Bewertungssystem an. In dem entsprechenden Katalog sind seit Anfang dieses Jahres 77 Fragen enthalten, die die Bewohner beantworten müssen. Anschließend gibt es für die Senioren-Domizile eine Note, die über das Gesamtbild der Einrichtung urteilen soll. Allerdings sei auch die Benotung relativ zu sehen, wie gestern Ina Vandrey, Leiterin des Osterburger DRK-Altenpflegeheimes, zu ihren Gästen von der Kreisseniorenvertretung des Landkreises meinte.

Dabei hat sie allen Grund zur Freude. Die Osterburger Stätte musste sich im August auch dem Test des MDK unterziehen, und erhielt die Bestnote von 1,0. Manfred Kessel, der zu dieser "Zensur" gratulierte, hatte im Vorfeld erwähnt, dass das neue Bewertungssystem bei gleichbleibender Qualität zu durchaus schlechteren Noten führen könnte. Allerdings stellte auch der Vorsitzende des Kreisseniorenrates fest, dass "die Veränderungen im Vergleich zum früheren System gering sind". Aus 82 wurden 77 Fragen. Und die Bewohner haben einen maßgeblichen Anteil an der Durchschnittsnote.

Neun Bewohner werden ausgelost

Je drei Personen aus jeder der drei Pflegestufen, die im Vorfeld der Kontrolle ausgelost werden, müssen sich den Fragen der Vertreter des MDK stellen. Wie Kessel äußerte, hat es in Seehausen ein kleines Problem gegeben. Bei den Bewohnern, die über die Pflegestufe 3 verfügen, muss eine schriftliche Einwilligung des bestellten Betreuers vorliegen. In Osterburg sei alles "recht reibungslos" abgelaufen, informierte Vandrey. Mehrere Bereiche werden bewertet: Wie ist die Pflege und die medizinische Betreuung? Wie intensiv erfolgt der Umgang mit demenzerkrankten Personen? Wie sieht die soziale Betreuung aus? Auch der Heimbeirat wird gehört. Und für eine gesonderte Bewohnerbefragung gibt es eine Sondernote. Das Team der Osterburger Einrichtung, wo sich 95 Senioren Zuhause fühlen, leistete "eine gute Arbeit innerhalb des Jahres", zieht Vandrey ein positives Resümee. Trotz dieser Bestnote ist sie der Meinung: "Wichtig ist, das sich der Bewohner wohl fühlt."

Nach dem Gespräch im Pflegeheim nahmen die Mitglieder des Kreisseniorenrates noch neuen alters- und rollstuhlgerechten Wohnraum in Osterburg in Augenschein. Und zwar Wohnungen im frisch sanierten Gebäude in der Brüderstraße 2. Rüdiger Mallohn, Geschäftsführer der Osterburger Wohnungsgesellschaft, und Mitarbeiterin Jutta Berger präsentierten die noch vier zu vergebenen Wohnungen, wobei die größte mit rund 100 Quadratmetern auch als WG genutzt werden könnte.