Die Gladigauer planen ihre nächste größere Party: Der frisch gebackene Kreismeister beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wird im kommenden Jahr 777 Lenze alt.

Gladigau l Die Kreismeisterschaft verleiht dem Ort einen großen Motivationsschub. "Irgendwie passt alles zusammen", gibt Pfarrer Norbert Lazay zu. Das Schnapszahl-Fest im kommenden Jahr wirft seine Schatten voraus. Im Jahr des 777-jährigen Bestehens stellt sich der schmucke Ort an der Biese einem Landeswettbewerb; und auch Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für eine Premieren-Veranstaltung angesagt.

Aber der Reihe nach. Gladigau trumpfte beim landkreislichen Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" groß auf und kam am Wochenende zu Titelehren (wir berichteten). Nach dem zweiten Platz 2011 überzeugte der Ort bei seiner Präsentation und Dokumentation die Jury und errang die Kreismeisterschaft. Und das souverän. "Es war ein eindeutiges Ergebnis", freut sich Gladigaus Ortsbürgermeister Matthias Müller über den Sieg, bei dem jedes Kommissionsmitglied für Gladigau stimmte. Und das gibt Rückenwind für den nächsten Wettbewerb. Denn gleichzeitig wurde das Ticket für das Landesfinale gelöst. 2015 misst sich Gladigau mit den Gewinnern der anderen Landkreise.

Das heißt natürlich wieder Arbeit für das Organisationsteam. "Wir haben den Ehrgeiz, wieder eine neue Bewerbungsmappe zu erstellen", sagt Matthias Müller, der sich bei allen Einwohnern für die Unterstützung beim diesjährigen Wettstreit bedankt. Die für dieses Jahr erarbeitete stand unter dem Motto "Traditionsbewusst und zukunftsorientiert", mit der der Ort punktete. Fakten kennzeichneten Gladigau als eine wichtige Stätte der Vereinsarbeit: 310 der 330 Einwohner engagieren sich in Vereinen. "Das belebt ein Dorf ungemein", weiß Lazay. Auch auf eine andere Zahl sind beide Hauptinitiatoren stolz: Im Dorf leben 37 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Ministerpräsident lässt sich unterhalten

Aber auch die Gestaltung im Ort floss in das Gesamtergebnis mit ein: Die Kanu-Anlegestelle, das fast schon museale Grundstück des ehemaligen Bahnhofs, der gepflegte Sportplatz, die moderne Schießsportanlage, die Naherholungsanlage am Teich... Auf dieser befindet sich seit dieser Woche das Bäumchen, das Matthias Müller bei der Siegerehrung beim Bauernmarkt in Steinfeld entgegen nahm. Der Kreismeistertitel wurde zudem mit 2000 Euro versüßt. Eine Summe, die der Ort für die Party im kommenden Jahr einsetzen will, wenn vom 5. bis 7. Juni das 777-jährige Bestehen gefeiert wird.

Der Bürgermeister kann sich dahingehend auf seine Einwohner verlassen: Acht Arbeitsgruppen mit rund 40 Leuten planen die dreitägige Sause. Zuvor, im Frühjahr, wird der Saal des Dörpschen Kruges wieder zum Besuchermagnet. Die Akteure des Dorftheaters fiebern ihrer 13. Spielzeit entgegen. Und sie dürfen sich bei der Premiere, die am 28. Februar über die Bühne gehen wird, auf einen besonderen Gast freuen, wie Norbert Lazay bemerkte. Ministerpräsident Reiner Haseloff, der sich bereits schon 2013 an einer plattdeutschen Komödie in Gladigau erfreute, hat bereits zugesagt. Vielleicht ein gutes Omen für den Landeswettbewerb; der Gewinner darf übrigens am Bundeswettbewerb teilnehmen.

Bis zum nächsten Jahr will sich Gladigau weiter herausputzen. Und da auch der Radtourismus und der durch den Ort führende Milde-Biese-Radweg immer beliebter werden, wie Lazay und Müller einschätzen, setzt der Ort auf Räder. Auf Drahtesel als Hingucker. Ein gelber aus Omas Zeiten steht bereits am Ortsausgang Richtung Hagenow, weitere sollen folgen.