Dieter Schott ist seit seiner Kindheit begeisterter Rassekaninchen- und Rassegeflügelzüchter und hat in beiden Osterburger Vereinen sowie in der neuapostolischen Kirchengemeinde Ehrenämter inne. Für sein Engagement erhielt der Rönnebecker den Blumenstrauß des Monats Oktober.

Rönnebeck l Die Begeisterung für die Kleintierzucht verdankt Dieter Schott seinen beiden Großvätern. Emil Schott zählte 1909 zu den Mitbegründern des Rassekanichenzuchtvereins G 208. Bernhard Siebert führte ihn in die Rassehühner- und Taubenzucht ein. Und die Leidenschaft für die Langohren und das Federvieh ist bis heute nicht weniger geworden.

50 Jahre wohnte Dieter Schott in Osterburg. 2010 siedelte er nach Rönnebeck über, wo er ein Grundstück mit einem Fachwerkhaus erworben hatte. Das Haus ist ein schmucker Altersruhesitz für ihn und seine Frau Doris geworden. Warum der Umzug in das erweiterte Landleben? "Man wird immer älter und möchte dann jemanden aus seiner Familie in der Nähe haben, sollte Hilfe mal nötig sein", nannte Schott den hauptsächlichen Grund. Immerhin leben außer der Familie seines jüngsten Sohnes 13 Verwandte von der Schwiegermutter bis zu Enkelkindern in dem kleinen Dorf. So sei er auch beim Ausbau seines Hauses nicht allein auf sich angewiesen gewesen.

Ein kleiner Fußball spielender Hund namens Poldi, eine Katze, in der Veranda eine Voliere mit Wellensittichen, Zebrafinken und Kanarienvögeln, freilaufende Hühner und in bequemen Buchten nagende Kaninchen gehören zu Dieter Schotts Hausstand. Hier ist das Motto der touristischen Entwicklung der Einheitsgemeinde Hansestadt Osterburg "Wir leben Land" schon spürbar begrifflich geworden.

Berufsleben begann im RTS Osterburg

Mit dem Landleben ist Dieter Schott auch durch seinen beruflichen Werdegang verbunden. Nach Abschluss der 10. Klasse in der einstigen Wilhelm-Pieck-Oberschule in Osterburg lernte er in der damaligen RTS, dem Vorläufer des Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL), Landmaschinen- und Traktorenschlosser.

Schott nutzte mehrere Qualifikationsangebote, studierte und erwarb sich so Fähigkeiten für eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Technikbüro der Meliorationsgenossenschaft Seehausen. Im Jahr 1983 wechselte er zur Gebäudewirtschaft Osterburg und leitete dort bis 1989 die Abteilung Materialwirtschaft.

Die Wende brachte für Dieter Schott eine neue Herausforderung: Er gründete einen Handwerksbetrieb für Schornsteinsanierungen. Das private Geschäft ging fünf Jahre gut, bis ihm seine Gesundheit ein Bein stellte; ein schwerer Herzinfarkt zwang ihn zur Aufgabe der Firma und in eine Erwerbsunfähigkeit. Wie gut war es, dass er in der Erholungsphase neben seiner treu sorgenden Frau seine Tiere um sich hatte.

Mitglied des Rassekaninchenzuchtvereins war Schott 1964 geworden. Dann aber: "Von 1971 bis 2000 gab es für mich im Vereinsleben eine eher passive Zeit", berichtete er. "Der Hausbau war erst einmal vordergründig, ebenso die Heirat, die Weiterbildung, das Studium. Dann widmete ich mich aber wieder der Vereinsarbeit." 2004 wählten ihn die Rassekaninchenzüchter in den Vereinsvorstand und 2011 zum Vereinsvorsitzenden.

Weil er auch in der Rassegeflügelzucht die Gemeinschaft Gleichgesinnter suchte, wurde Schott im Februar 2004 Mitglied des Rassegeflügelzuchtvereins Osterburg und Umgebung; und man hatte ihn, da gerade die Wahl anstand, in den Vorstand gewählt. 2007 wurde er dessen Vorsitzender, bereits ein Jahr später Schriftführer und EDV-Beauftragter im Kreisverband der Rassegeflügelzüchter.

Vom Vereinsvorsitz trat Dieter Schott jedoch später zurück, arbeitet aber weiter im Vorstand mit. Er hatte sich aus Zeitgründen für eine leitende Funktion in nur einem Verein entscheiden müssen, und da gab er den Langohren dem Vorrang. Denn 2009 wurde er bei den Rassekaninchenzüchtern stellvertretender Kreisvorsitzender Altmark Ost und ist seit Juni 2013 Kreisvorsitzender des Verbandes, Mitglied des erweiterten Landesvorstandes und Mitglied des im Landesverband angesiedelten Ehrengerichtes.

Vereinsleben macht einen Ort erst interessant

Das Leben in einer Stadt oder einem Dorf, sagte der Rönnebecker, werde erst interessant durch die Tätigkeit vieler Vereine, in denen die Interessen der Bewohner jeweils gebündelt werden und die für ein abwechslungsreiches gesellschaftliches Leben sorgen.

"Das Vereinsleben ist ein Schaufenster, in dem sich die Bürger mit ihren Hobbys präsentieren und so den Ort bekannter machen. Dies sollte auch der Kommune genügend Anlass sein, die Vereinsarbeit zu unterstützen", sagte Schott und fügte hinzu: "Das gilt zum Beispiel für die Schaffung von Ausstellungsmöglichkeiten für die Zuchtergebnisse der Rassekaninchen- und der Rassegeflügelzüchter." Mit dem Engagement als Züchter ist Schotts ehrenamtliches Tätigkeitsregister noch nicht voll. In seiner neuapostolischen Kirchengemeinde Osterburg wirkt er als Seniorenbauftragter und arbeitet im Vorstand des Kirchenbezirks als Seniorenbeauftragter mit. In diesem Jahr hat er den Seniorentag der Neuapostolischen Kirche in Schönhausen mitorganisiert.

In Dieter Schotts Zuchtanlagen hoppeln derzeit Lohkaninchen schwarz, eine kleine Rasse. Begonnen hatte er 1964 mit Blauen Wienern, war ab 2000 zu Russen blau und schwarz übergegangen und hatte 2010 erneut gewechselt: zu Castor Rex und Blau Rex. Was seine Hühnerrassen betrifft, so nannte er die Bergischen Zwergkräher, eine ganz altdeutsche Züchtung, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Rassen stehe. "Ich war in Sachsen-Anhalt der einzige Züchter dieser Rasse", sagte Schott. "In diesem Jahr habe ich mich von ihr getrennt und züchte nun Zwerg-Bahnefelder blau gesäumt."