Initiiert von "Seehausen links", unterstützt vom Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg und vom IB-Freizeitzentrum Seehausen wurde am Freitagabend die Anti-Kriegs-Parabel "Picknick im Felde" in der Aula der Sekundar- und Gemeinschaftsschule aufgeführt.

Seehausen l Der Einakter stammt aus der Feder des spanisch-französischen Autors Fernando Arrabal, einem überzeugten Gegner des Franco-Regimes. Die Aufführung dieses Stückes sollte schon vor einem Monat erfolgen, war aber krankheitsbedingt verschoben worden, so Jürgen Emanuel, der die Gäste in der Aula der Bildungsstätte begrüßte.

Tödliche Verbrüderung

Als Laiendarsteller wirkten Gymnasiasten der 11. und 12. Klasse mit, die zusammen mit der Leiterin der Theatergruppe, Angelika Trösken, dieses Anti-Kriegsstück zur Bühnenreife gebracht hatten. In der Groteske erhält Soldat Zapo (Henrik Romahn), der sich an einem unbedeutenden Frontabschnitt langweilt, überraschend Besuch von Vater und Mutter (Lisa Beichert und Lena Gitzel). Sie laden ihn zu einem Picknick im Felde ein. Die Eltern zelebrieren ein kleinbürgerliches Familienidyll mit belanglosen Gesprächen und Familienfotos. Da erscheint plötzlich als Feind der Soldat Zepo (Tobias Nagel). Bis auf die Farbe der Uniform gleichen sich die beiden jungen Männer im Wesen. Zuerst wird Zepo festgenommen, um bald darauf unter entschuldigenden Worten wieder freigelassen zu werden. "Denn mit Stricken an den Händen und Füßen kann man ja schlecht mitpicknicken", so Zapo.

Immer mehr Gemeinsamkeiten kommen zwischen den beiden Soldaten auf, und so beschließen sie, den für sie sinnlosen Krieg auf eigene Faust zu beenden. Eine Schallplatte wird aufgelegt und dein Tänzchen gewagt. Doch bald beendet eine Maschinengewehrsalve das Treiben und tötet alle. Die beiden Sanitäter (Luise Hirsch und Mathias Holzäpfel) bekommen nun endlich Arbeit. Mit schwarzem Humor wird der Zuschauer mit dem Irrwitz des Krieges und dem Geist kleinbürgerlicher Konventionen und Wertvorstellungen konfrontiert.

Diskussion beim Imbiss

Nach dem Schlussbeifall ergriff Fabian Kröhnert vom MAG das Wort und stellte das von ihm geleitete Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" vor.

Blumen für alle Akteure gab es von "Seehausen links", und im Anschluss konnten alle Besucher, es hätten ruhig einige mehr sein können, bei Schmalzstullen und Getränken, die vom Seehäuser IB zur Verfügung gestellt wurden, über dieses Antikriegsstück diskutieren.