Einen guten Griff in die Kiste humorvoller Unterhaltung während der Osterburger Literaturtage taten die Organisatoren mit der Einladung des MDR-Moderators Mario D.Richardt.

Krumke l Richardts lockere und charmante Art sorgte von Anfang an für ein gelöstes Verhältnis zu den Zuhörern. Der seit 2008 ebenfalls als Buchautor tätige Leipziger - er ist verheiratet mit der Erzgebirglerin Christin und hat eine zweijährige Tochter Johanna - las am Donnerstag im voll besetzten Kavaliershaus aus seinen beiden bisher erschienenen Büchern "Und kommen Sie gut in die Betten" und "Leerer Kühlschrank, volle Windeln - Vom Single zum Papa".

Der Titel des ersten Buches ist, man erinnere sich, die schon fast zum Kult gewordene Abschiedsformel aus eben jener erfolgreichen Sendereihe des MDR-Fernsehens. Im zweiten Buch schildert er seinen teilweise kuriosen Weg vom Junggesellen zum Vater, wobei dem Töchterchen reichlich Raum gegeben wird. Eine Leseprobe seines in Arbeit befindlichen dritten Buches, das im kommenden Jahr erscheinen soll, hatte Richardt ebenfalls mitgebracht. "Es ist das erste Kapitel, das Buch hat noch keinen Titel, und Sie erleben heute gewissermaßen eine Weltpremiere." Vorweg genommen: Es geht um ominöse rote Flecke auf hellem Teppichboden und einen Bomben(fehl)alarm in einem Hotel.

Zusehends heiterer wurden die Mienen mit jeder der Shortstorys, von denen der Autor behauptet: "Ich lege Wert darauf, dass alle Geschichten so passiert sind, wie ich sie aufschreibe (beziehungseise erzähle)". Es könne also beim Trainig für einen Triathlon Übles passieren, wenn man Erkältungen nicht auskuriert. Richardt verwies auf Tücken, die lauern können, um in einem "Subway"-Restaurant zu einem Sandwich zu gelangen. Er schilderte Erlebnisse in einem schwedischen Einrichtungshaus beim Kauf von Möbel und dem bis zur Verzweiflung treibenden Aufbau derselben. Amüsant und nicht unwirklich auch die Geschichte von der ersten von seiner Schwester verfassten E-Mail. Köstlich war auch Richardts Erlebnis, als er seinem künftigen Schwiegervater den ersten Besuch abstattete und mit Zungenragout - "Was andere im Mund hatten, mag ich nicht" - auf das heftigste verwöhnt wurde.

Es muss der Vollständigkeit halber bemerkt werden, dass Bürgermeister Nico Schulz nebst Gattin 35 Minuten verspätet erschien und über den (inszenierten) Schlussbeifall vielleicht etwas verblüfft war. Richardt hatte ihn gefoppt und das Publikum hatte mitgespielt. Die Stimmung war so toll, dass der Autor und Erzähler noch eine Zugabe drauflegen musste.

Bilder