Zu Papier gebrachte märchenhaft magische Momente - mal in kurzer Form, mal gereimt und dann wieder in Form einer Geschichte - präsentierten zehn Frauen am Freitagabend in der Osterburger Bibliothek.

Osterburg l Mittlerweile ging die elfte Frauenlesenacht, die anlässlich der Osterburger Literaturtage, organisiert von der Kreisvolkshochschule, über die Bühne.

Musikalisch begleitete Magdalena Lessing die Veranstaltung mit ihrer Klarinette. Moderatorin Diana Kokot begrüßte sie mit den Worten des österreichischen Liedermachers Hubert von Goisern: "Musik ist eine Sprache, in der man nicht lügen kann." Wie auch schon in den Vorjahren fand die Moderatorin immer die passenden Worte als Überleitung, um die Akteure mit ihren Schriftstücken vorzustellen.

Zum Thema "Wie im Märchen" entführten die Autorinnen ihre Zuhörer in ihre eigene Welt. So nahm Beate Döge das Publikum mit ins Apfelreich. Die ehemalige Berufsschullehrein ist als Märchenoma in der Region bekannt. Sie liest in der Beusteraner Kindertagesstätte und in Seehausen regelmäßig aus dem Märchenbuch vor. Für die älteren Besucher hat sie am Freitag eines ihrer eigenen Märchen mitgebracht. Es handelte vom Seehäuser Zweitklässler Paul, der im Salzwedeler Märchenpark einen sprechenden Apfel fand und mit ihm das Apfelreich erkundete.

Ein Apfel Spielzeug übler Machenschaften

Ute Märtens aus Pretzier war zum wiederholten Mal als Vorleserin bei der Frauenlesenacht mit dabei. In ihrem lustigen Märchen erzählte ein Apfel von seinem Leben und wie ihm doch des Öfteren von den Märchenfiguren böse mitgespielt wurde. "Ich war ein Spielzeug übler Machenschaften." Seine glücklichste Zeit - ja vielleicht sogar seine schönste - verbrachte der kleine Apfel in seinen Kindheitstagen am Baum im Garten von Frau Holle. Doch dann begann seine doch eher anstrengende Reise mit "Hans im Glück", der ihn gegen eine billige Nuss tauschte. Schließlich landete er mitten auf den Tisch von "Tischlein deck dich", wurde Zeuge einer Keilerei, die der Knüppel aus dem Sack schlichten konnte. Danach gelang er in die Küche vom Dornröschenschloss, schlief dort ein und wachte hundert Jahre später während der Hochzeitsfeier erst wieder auf. Dort wurde er von Schneewittchens bösen Stiefmutter eingepackt. Letztendlich lag er nach vollbrachter Tat, angebissen, besudelt und weggeworfen in einer Ecke - hoffend, dass er in aller Ruhe seine Memoiren niederschreiben konnte: "Nicht, dass mich wieder irgendjemand findet."

Für Birgit Conrad war es die fünfte Lesenacht. Die ehemalige Grundschullehrerin ist Mitglied im Klub Altmärkischer Autoren und präsentierte eine märchenhafte Geschichte, in der ein kleiner Glückskeks namens Felix die Hauptrolle spielte.

Kleiner Keks trifft traurigen Mann

In dem kleinen doch eher zum Nachdenken anregenden Märchen trifft der kleine Keks einen alten traurigen Mann. Doch mit magischen Glückskekskräften gelingt es dem kleinen Felix, den Mann ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern: Nach vielen Jahren trifft der alte traurige Mann seinen Sohn endlich wieder.

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