Seehausen l Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Keine A 14" um Susanne Bohlander ermuntern die Bürger der Region, Forderumgen bezogen auf den regionalen Teilabschnitt der Nordverlängerung der A 14 aufzustellen. Beim zweiten Änderungsverfahren für den Abschnitt Vielbaum (Anschlusstelle) bis zur brandenburgischen Landesgrenze (Elbe), dessen Unterlagen bis zum 7. Oktober im Seehäuser Rathaus einsehbar waren, gibt es Punkte, die für die BI nicht nachvollziehbar sind. Speziell der ausreichende Hochwasserschutz liegt den Mitgliedern am Herzen.

Allerdings hätte sich die BI, die am Freitagabend interessenten in das Seehäuser Hotel "Alanda" einlud, eine von der Verbandsgemeinde (VG) organisierte Bürgerversammlung gewünscht. Die VG sah in den Unterlagen jedoch auch Handlungsbedarf und kritisierte in der Stellungnahme den unzureichend berücksichtigten Hochwasserschutz. Das betonte auch langjähriger Stadtrat Walter Fiedler auf der Zusammenkunft, der sich als Befürworter der A 14 ebenfalls für einen effektiveren Hochwasserschutz stark macht.

Die Einwendungsfrist endet am morgigen Dienstag. Die BI wirft den Verantwortlichen des Gutachtens "Untersuchung von Deichbruchszenarien" vor, die Hochwasser-Situation von 2013 nicht berücksichtigt zu haben und wird sich deshalb an das Landesverwaltungsamt wenden. "Wir brauchen unbedingt ein neues Gutachten", war auf der Versammlung desöfteren zu hören.

Deutliche Erhöhung der Wasserstände

"Mittlerweile hat es 2006 und 2013 Hochwasser mit Extremwerten gegeben. Die Untersuchung beruht also auf veralterten Hochwasserständen und Höhenangaben und ist deshalb nicht verwertbar", sagt die BI zu dem Gutachten und dessen Untersuchungen, bei denen ein Hochwasserstand von 2006 zugrunde gelegt worden sei. Trotzdem ergebe sich aus der Untersuchung eine wesentliche Erkenntnis: "Die A 14 bewirkt bei der aktuellen Planung bei einem Deichbruch östlich der A 14 beziehungsweise östlich der Bahntrasse eine deutliche Erhöhung der Wasserstände in Geestgottberg, Losenrade und in der Märsche gegenüber dem Zustand ohne die A 14." Im Gutachten sei von einem erhöhten Wasserstand im Fall eines Deichbruchs von 59 Zentimetern die Rede; und dieser Zustand sei im signifikanten Bereich. Für die BI nicht nachvollziehbar, zumal "von noch höheren Ständen ausgegangen wird".

In der Untersuchung wurde zudem ein möglicher Deichbruch bei Berge oder Osterholz nicht berücksichtigt. "Der Alanddeich und der Autobahndamm würden das Wasser einkesseln und die Ausbreitung der Hochwasserwelle ins Hinterland beeinträchtigen."