Die Beatles in Osterburg? Natürlich unmöglich. Einen Hauch Hysterie und Flair aus der Hoch-Zeit dieser berühmten Band verbreiteten am Montagabend Tobias und Tabea Wollner in der Lebenshilfe Osterburg.

Osterburg l Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Osterburg Regina Bahlke war nicht die einzige, die am Montagabend das Programm "T T Wollner und The Beatles" mit Spannung erwartete. Ob die Magdeburger Künstler wohl den Hit "Hey Jude" spielen würden?

Dicht gedrängt saßen die Gäste der Literaturtage in der Düsedauer Straße, Beatles-Fans und solche, die es werden wollten. Vor eineinhalb Jahren feierten die Geschwister Tabea und Tobias Wollner in der Feuerwache in Magdeburg Premiere mit ihrer Herzensangelegenheit. 60 Titel gehörten zur engeren Auswahl. Letztlich entschieden sie sich für 24, um ihre "musikalische Sicht auf die wohl erfolgreichste Band der Musikgeschichte" mit dem Publikum zu teilen. Tabea Wollner in weißem Hosenanzug mit schwarzer Ledermütze und breitem Gürtel, Tobias Wollner ganz in Schwarz.

Mit einem journalistischen Frage-Feuerwerk beginnen sie ihr Programm. Fragen an die Beatles, seit Jahren sind es die falschen, wie: "Was wollen Sie später mal beruflich machen?" Ihr "Beep, beep, hm, yeah" gibt die Richtung vor. Die Beatles-Songs betten sie in Szenen ein. Mal schimpft Tobias Wollner als Wessi-Vater jener Beatles-Zeit: "Mensch, du hattest früher so `nen schönen Fassonschnitt. Von dem Yeah, Yeah muss man ja verblöden!" Dann wieder erklärt Tabea Wöllner als Ossi, der sozialistische "Lipsi" aus Leipzig sei viel besser, und führt vor, wie der Tanz geht. Natürlich waren die Beatles in der DDR verboten, und eine Alternative zu Rock und Rock `n` Roll musste her.

Die größten Hits interpretieren T T auf Englisch, "Blackbird" und "Penny Lane" zum Beispiel. Die deutschen Lieder stammen aus der Feder von Tabea Wollner. Mit eigenen Worten gibt sie den Inhalt der Beatles-Songs wieder, macht "was Neues draus". Nur zwei Titel tanzen aus der Reihe: "Die Krähe" und "Der Leiermann" von Franz Schubert.

Tabea Wollner stimmt Osterburger Chor an

Auf einmal lädt sie die Osterburger ein, als Rundfunkorchester und Chor mitzumachen, kündigt ihren Bruder als Maestro an. Für das Projekt "All you need is love" soll das Publikum an ein Weizenfeld denken oder an Liebe. Tobias Wollner schlägt Blumen vor, und schon sitzt der Hit. Alle singen mit. Wieder schlüpfen die Künstler in die Rolle der Journalisten, phantasieren: "11 Telegramme. Das geht so ins Geld. An der Telefonzelle stehen sie wieder Schlange. Ein Telefon zum Rumtragen, das wär`s". Sie beschweren sich aber auch über die kreischenden Mädchen und singen: "Vor langer Zeit begann das Glück, mich zu verstehen." Tabea Wollner greift für ihre Version von "Help" ins Schifferklavier, Tobias Wollner ins Keyboard. Am Ende packen sie ihre Tasche, die Beatles haben sich aufgelöst, die Journalisten sind auf dem Sprung zu den neuen Bands Black Sabbath, Queen und Rio Reiser - tatsächlich das neue Projekt von T T Wollner. Als Zugabe setzen sie mit "Let it be" noch eins drauf, und Regina Bahlke bemerkt beim Abschied: "Ich hoffe, dass sie das nie sein lassen."

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