Für die nicht mehr reparable Uchtebrücke unweit des Walslebener Sportlerheims muss unbedingt ein Nachfolger her. Das fordern Einwohner. Und so positionierte sich am Montagabend auch der Walslebener Ortschaftsrat.

Walsleben l 1998 für eine Summe von 77024 Mark erbaut, hat die Holzbrücke über die Uchte seit dem 18. März diesen Jahres offiziell ausgedient. An diesem Tag habe ein Fachprüfer bei einer Kontrolle der Konstruktion gravierende Mängel festgestellt, blickte Siegfried Bartels am Montagabend im Walslebener Ortschaftsrat zurück. Der Mitarbeiter aus dem Bauamt der Einheitsgemeinde listete gleich eine ganze Ansammlung an Problemen auf (unter anderem Zerstörungen durch Pilzbefall). Die vom Prüfer angeordnete sofortige Sperrung der Flussquerung sei unbedingt geboten gewesen, "denn ihre Standsicherheit ist nicht mehr gegeben. Die Brücke ist einsturzgefährdet", machte Bartels deutlich. Umso kritischer sieht der Baufachmann, dass die aufgebaute Absperrung in den zurückliegenden Monaten immer mal wieder beiseite geräumt und die Brücke betreten wurde.

Kamen Probleme erst mit der Ertüchtigung?

Bartels machte zudem deutlich, dass die vergleichsweise überschaubare "Lebensspanne" dieser Holzbrücke nicht ungewöhnlich sei. Der Prüfer habe für diesen Typ einen Durchschnittswert von zwölf Jahren angegeben, die Walslebener Konstruktion liege schon über diese Zahl, so der Bauamtsmitarbeiter. Trotzdem beschäftigte Walslebener Räte und Einwohner die Frage, warum das Holzbauwerk bis 2010 offenbar ohne jegliche Mängel blieb. Erst nach einer sogenannten Ertüchtigung vor etwa vier Jahren, als Roste auf der Brücke installiert wurden, sei es zu den Problemen gekommen. Mutmaßungen, dass die damals vor Ort tätige Firma eventuell nicht fachgerecht gearbeitet habe, versuchte Bartels direkt zu zerstreuen. Die Arbeiten seien fachgerecht ausgeführt worden, dementsprechend sei ein Zusammenhang der Schäden mit dieser Ertüchtigung nicht nachzuweisen und rein hypothetisch, erklärte der Bauamtsmitarbeiter. Ebenso deutlich stellte er klar, dass diese Konstruktion nicht reparabel sei.

Einzige Lösung, um die beliebte Flussquerung wieder einzurichten und auch in der Perspektive zu erhalten, sei ein Ersatzbau, bekräftigte Bartels. Dass der von den Walslebener Einwohnern dringend gefordert wird, wurde während der Ortschaftsratssitzung am Montagabend mehr als deutlich. Mit Friedhelm Roesler, Erika Zier und Ernst Jesse betonten gleich drei Amtsvorgänger von Bürgermeisterin Christine Klooß die Bedeutung der Uchte-Querung. "Wir haben 50 Jahre für diese Brücke gekämpft. Mit dem jetzigen Zustand geben wir uns definitiv nicht zufrieden", betonte Erika Zier. Friedhelm Roesler zeigte sich wie weitere Einwohner entrüstet darüber, dass unter Osterburger Stadträten das Gerücht kursiert sei, bei der Brücke handele es sich um einen Schwarzbau. Dies sei eine Unterstellung und schlichtweg falsch. Der frühere Bürgermeister erinnerte an die Bemühungen um den mit Fördermitteln unterstützten Bau. Und auch daran, dass der Brückenschlag am Standort unweit des Sportlerheims mit Bedacht und auch aus touristischen Erwägungen (unter anderem im Zusammenhang mit einem Radweg zwischen Walsben und Düsedau) heraus vollzogen wurde.

Ernst Jesse forderte die Einheitsgemeinde auf, zeitnah in die Errichtung einer neuen Brücke zu investieren. Die letzten größeren Maßnahmen im Walslebener Territorium seien ohne "Osterburger Geld" in die Tat umgesetzt worden. "Bei der Neugestaltung des Roten Weges zwischen Uchtenhagen und Calberwisch sind von uns sowie von Düsedau eigens dafür zurückgelegte Mittel verwendet worden. Und beim Radweg von Rohrbeck ist der Landkreis in die Bresche gesprungen", blickte Jesse zurück. Dementsprechend sieht das Ortschaftsratsmitglied die Einheitsgemeinde jetzt umso mehr in der Pflicht, in Walsleben tätig zu werden. Jesse stimmte wie Bürgermeisterin Christine Klooß und seine Ratskollegen Katrin Gotot, Ringhard Friedrich und Andreas Kahlow für einen Brückenneubau.

Mit dieser Positionierung wollen die Ortspolitiker das Thema Uchtebrücke auf die Tagesordnung der Osterburger Stadträte bringen. Gleichzeitig erwarten sie von der Verwaltung der Einheitsgemeinde, die möglichen Kosten für ein neues Brückenbauwerk zu ermitteln.