Der Volksstimme-Beitrag vom 1. Oktober "Mutter sieht Erzieherinnen überfordert", in dem eine Elternvertreterin die Zustände in der Kita Werben kritisierte, hat einiges bewirkt. Unter anderem soll auf Anweisung der Verwaltung die Kommunikation deutlich verbessert werden.

Goldbeck l Evelyn Kühnel hatte gegenüber der Volksstimme ihren Eindruck geschildert, dass in der Kita Werben das Personal die notwendige Aufsicht und Erziehung der Kinder zumindest zeitweise nicht ausreichend gewährleisten konnte. Das machte sie an Vorkommnissen fest, die ihrer anderthalbjährigen Tochter Sophie widerfahren seien. Unter anderem sei dem Mädchen mehrfach von einem anderen Kind ins Gesicht gebissen worden. Zudem sei ihre Tochter im Sommer ins Planschbecken gefallen und dann teils nass ihrer Großmutter übergeben worden, die das Mädchen an diesem Tag abholte. Kühnel klagte gegenüber der Volksstimme zudem über eine mangelnde Kommunikation zwischen den Erzieherinnen und ihr sowie darüber, dass sie sich mit ihrer diesbezüglichen Beschwerde von der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck nicht ernstgenommen fühlte.

Eine Kuratoriumssitzung nach Erscheinen des Artikels, an der neben den Erzieherinnen und der betroffenen Mutter Evelyn Kühnel auch Ronny Gabel, Hauptamtsleiter der VG Arneburg-Goldbeck, teilnahm, hat nunmehr offenbar zu ersten Lösungsansätzen und zu einer Entspannung geführt.

"Bei dem Klärungsgespräch wurde ein großes Hauptproblem erkannt - nämlich dass sowohl seitens der Verwaltung als auch seitens der Erzieherinnen eine Kommunikation nicht ausreichend stattgefunden hat. Eltern, die Probleme angesprochen haben, hatten das Gefühl und beklagten sich zum Teil zu Recht, dass zu wenig darauf eingegangen wurde", so Gabel auf Nachfrage der Volksstimme. Und er fügt hinzu: "Ich habe die Leiterin der Kindertagesstätte Werben, Astrid Dickehut, angewiesen, künftig bei Beschwerden oder aufkommendem Kommunikationsbedarf von Eltern so schnell wie möglich einen Gesprächstermin zu vereinbaren."

Gabel räumt auch eigene Versäumnisse ein

Gabel räumte gegenüber der Volksstimme auch eigene Kommunikationsversäumnisse ein. "Künftig wird bei Anfragen oder Beschwerden so schnell wie möglich geantwortet. Auch wenn eine Klärung oder Lösung nicht sofort möglich ist, wird es das Signal geben, dass wir an der Sache dran sind", verspricht der Hauptamtsleiter.

Wie Evelyn Kühnel gegenüber der Volksstimme ausführt, habe sie nach Erscheinen des Artikels zwar auf den allerletzten Drücker, aber immerhin, von Gabel die Einladung zur Kuratoriumssitzung in der Kita Werben erhalten. Da sie zuvor von Gabel informiert worden sei, dass es hilfreich wäre, Zeugen zur Versammlung mitzubringen, nahm Kühnel gemeinsam mit ihrer Mutter teil, die die kleine Sophie abholte, nachdem sie ins Planschbecken gefallen war, und die auch noch andere Dinge habe bezeugen können.

Zunächst, so die Mutter, seien viele Vorwürfe seitens der Erzieherinnen abgestritten oder als nicht anders zu handhaben dargestellt worden. So zum Beispiel, dass Kinder vorübergehend auch mal allein im Gruppenraum sein müssten. Der Sturz von Sophie ins Planschbecken und der anschließende Umgang mit dem Kind und die Übergabe an die Großmutter seien von beiden Seiten unterschiedlich beschrieben und bewertet worden. "Die Diskussion darüber und auch über die anderen Vorkommnisse verlief sehr aufgebracht. Zunächst hat niemand verstanden, dass ich doch eigentlich nur möchte, dass man in der Kita vernünftig mit den Eltern kommuniziert und die Kinder in einem angemessenen, kindgerechten Rahmen sicher sind", beschreibt Kühnel. Ein Resultat der Aussprache sei es gewesen, künftig auf ein Planschbecken im Sommer zu verzichten. Die anwesende Kinderschutzfachkraft der Kita Hohenberg-Krusemark hatte angemerkt, dass man dort schon länger darauf verzichte. Stattdessen wäre ein Rasensprenger oder Ähnliches besser.

Kummerkästen und eigene E-Mail-Adresse für Kita

Kühnels Eindruck vom Verlauf der Sitzung: "Letztendlich wurden die Erzieherinnen auch durch die Vermittlung der Elternvertreter einsichtiger und gestanden ein, dass vieles den baulichen Gegebenheiten und den Organisationsstrukturen durch Gemeinde und Land geschuldet ist."

Um die Kommunikation zu verbessern, so Gabel, werden in der Kita Werben und auch in den anderen Kindertagesstätten der Verbandsgemeinde ab sofort Kummerkästen angebracht, wo Eltern in schriftlicher Form ihre Probleme oder auch Anregungen schildern können. "Das ist insbesondere für jene Eltern gedacht, die sich gegenüber Erzieherinnnen und der jeweiligen Kita-Leitung nicht trauen, etwas zu sagen."

Außerdem, so der Hauptamtsleiter abschließend, wurde die Kindertagesstätte Werben mit einer eigenen E-Mail-Adresse ausgestattet. Sie lautet: kita-storchennest-werben.de.