Mit dem Aufbau eines Containers haben sich die Bedingungen der Mittagsversorgung am Markgraf-Albrecht-Gymnasium verbessert. Dennoch soll dieser Speiseraum nur ein Zwischenspiel bleiben. Wie eine dauerhafte Lösung aussehen könnte, darüber diskutierte am Dienstag der Schulausschuss des Kreistages.

Osterburg l Für Schüler, Elternvertreter und Lehrer des Gymnasiums ist der Wunsch-Nachfolger des Containers schon längst klar umrissen. Dabei handelt es sich um einen Mehrzweckraum, der auf dem Grundstück der Lernstätte errichtet "und das Ensemble mit den beiden vorhandenen Schulgebäuden und der Sporthalle komplettieren würde", sagte Gymnasiums-Leiterin Elke Hein. Der Neubau soll als Mensa dienen, aber auch für Klausuren, Projekttage, Feiern, Versammlungen und nicht zuletzt als regengeschützter Aufenthaltsort für Schüler genutzt werden.

Gegenüber der vom Osterburger Bürgermeister Nico Schulz als Alternative ins Spiel gebrachten Musikmarkthalle, "würde eine eigene Mensa Zeit, Kraft und Personal sparen", sagte Hein. Der Weg zur Mittagsversorgung auf dem Gymnasiums-Grundstück wäre für die mitunter sehr schwere Ranzen tragenden Schüler deutlich kürzer. Zudem müssten auch die unteren Klassenstufen nicht durch einen Lehrer zum Mittagessen begleitet werden - dies wäre bei einer Essenversorgung in der außerhalb des Schulgeländes liegenden Musikmarkthalle aber dringend geboten. Kurzum: Das Gymnasium, das zeigten auch Äußerungen von Schülersprecherin Pauline Dobberkau, plädiert für eine eigene Mensa.

Bürgermeister wirbt für die Musikmarkthalle

Schulausschuss-Vorsitzender Henning Richter-Mendau (CDU) hielt eine Positionierung seines Gremiums am Dienstag noch nicht für nötig. Meinungsäußerungen von Edith Braun (SPD), Bernd Prange (CDU), Horst Janas (Die Linke) oder Annegret Schwarz (parteilos) ließen aber erkennen, dass das Projekt eines Mensa-Neubaus unter den Kreispolitikern auf Zustimmung und Unterstützung stößt.

Selbst Nico Schulz zeigte Verständnis für die Position der Schüler und Lehrer. Trotzdem legte sich der Osterburger Bürgermeister noch einmal für die Musikmarkthalle ins Zeug. Schulz führte die Ausschussmitglieder durch das Gebäude und machte auf die unmittelbare Nachbarschaft zur Kunst-Außenstelle des Gymnasiums sowie den angrenzenden Hof der Stadt- und Kreisbibliothek aufmerksam. Letzterer wird zu einer Begegnungsstätte ("Literaturhof der Generationen") umgebaut und habe das Potenzial, sich zu einer Art Gymnasiums-Campus zu entwickeln.

Auch die Finanzierung des Umbaus hat die Stadt längst ausgelotet. Die Umgestaltung der Musikmarkthalle in eine Mensa würde danach rund 380000 Euro kosten. Zwei Drittel der Somme könnten als Förderung aus dem Stadtumbau-Ost-Programm fließen, so der Bürgermeister, der aber auch betonte: "Diese Investition macht nur Sinn, wenn das Gebäude auch als Mensa genutzt wird."

Welche Kosten für einen Neubau einkalkuliert werden müssen, blieb am Dienstag offen. Sicher scheint dagegen, dass der Landkreis auf Fördergelder aus dem Stark III-Topf bauen darf. "Gymnasien sind bei diesem Programm prinzipiell förderfähig", sagte Denis Gruber. Nach Angaben des Ersten Beigeordneten könnte der Neubau bei einer Realisierung über Stark III aber noch längere Zeit auf sich warten lassen. Vor 2016 sei definitiv nicht mit einem Start der Arbeiten zu rechnen. Alles andere hänge von der Dringlichkeit und Bedeutung ab, die das Magdeburger Finanzministerium dem Osterburger Neubau-Projekt zugesteht. Im schlimmsten Fall würde sich das Vorhaben sogar bis 2022 verzögern.

Als umso wichtiger erachteten es die Ausschussmitglieder, dass mit dem Speiseraum-Container eine akzeptable Zwischenlösung gefunden wurde. Dies bestätigte Elke Hein. Gerade mit Blick auf die beengten Verhältnisse in der Vergangenheit stelle der Container bereits eine deutliche Verbesserung dar. Das scheint sich auch auf die Teilnehmerzahlen an der Essenversorgung im Gymnasium auszuwirken. "Gegenwärtig nehmen etwa 200 Schüler im Container ihre Mittags-Mahlzeit ein", sagte Hein. Und sie fügte hinzu: "Die Tendenz ist steigend."