Der Titel ihres Buches "Ey, Mann, du Arsch, pass doch auf!" gehe nicht jedem leicht über die Lippen, räumte Volksstimme-Redakteurin Nora Knappe ein. Am Mittwochabend las sie daraus in der Osterburger Volksbank vor.

Osterburg l Das Gute an Veranstaltungen in einer Bank ist: Es gibt Geld. So überreichte die Kundenberaterin der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg Evelin Preuschoff in der Osterburger Filiale einen Scheck über 1000 Euro an Bibliothekschefin Anette Bütow. Unterstützung für die Literaturtage. Im Anschluss übernahm Nora Knappe das Wort.

Die Journalistin aus Stendal beschrieb ihre Lesung als "Auftakt einer Auslandstournee". Denn Osterburg war die erste "Auswärtslesestation". Viel Verständnis hatte sie also für Weitgereiste und beschenkte einen Gast aus Schinne gleich mal mit einem Kugelschreiber. Selbstverständlich sei dieser Abend eine Werbeveranstaltung.

Sieben Jahre sammelte die gebürtige Wernigeröderin Texte aus ihrem Leben und aus ihrem Kopf, schickte sie voraus. Alle erschienen in der Stendaler Volksstimme. "Toll, dass Sie sich nicht scheuen, zum Lachen in den Keller zu gehen", bemerkte Nora Knappe vor ihrem ersten Text über genau diese Redewendung. Denn in der Tat fand die Lesung im Keller der Bank statt. Um den gemütlichen Rahmen zu halten, mussten die Kellergänger diesmal Eintrittskarten erwerben. "Keine Sorge, der Erlös kommt den Osterburger Literaturtagen zugute", betonte Preuschoff. Die Raumgestaltung hatte ausnahmsweise nicht das Mitarbeiter-Team der Volksbank übernommen, sondern Michaela Herbst. Ihre Zeichnungen sind Begleiter der Kolumnen in Knappes Buch. "Sie werden sich darin wiedererkennen", betonte die Stendalerin und spielte auf den Wahrheitsgehalt der Geschichten an.

Mit 28 - ist man da zu jung, um konservativ zu sein?, fragte sie sich damals. Denn die Redakteurin hat gern eine Zeitung zum Anfassen und gibt leichthin zu: "Ich war schon immer ein bisschen hinterher." Nicht normal ist heutzutage halt, keinen Fernseher zu besitzen. Auf den legt sie nur Wert, wenn sie für den Urlaub bucht.

Weiter zum Adressbuch. In dem stehen auch Daten von Leuten, zu denen der Kontakt abgebrochen ist, erzählt sie. Ein Husten unterbricht die Journalistin. Darauf ist sie vorbereitet. Flugs holt sie eine Dose mit Halsbonbons heraus und lässt sie herumgehen. Dann folgt die Pointe: Wenn sie in den Urlaub fährt, lässt sie das Adressbuch zu Hause - um es zu schonen.

Wie angekündigt, verrät Nora Knappe, wie sie auf den Titel ihres Buches kam. Eine Jugendliche hatte ihr diesen Vers nämlich beim Vorbeiradeln zugerufen. "Immerhin weiß jeder sofort, was damit gemeint ist", merkte sie spitz an.

Bekannt kam den Zuhörern eine Episode im Restaurant vor, wie ihr Lachen bewies. Der Kellner macht Stress bis zur Bestellung und verschwindet dann für 40 Minuten. In der Wartezeit greife man mehrfach zum Besteck, betrachte seine Fingernägel und und und. Wenn letztlich der Kellner mit dem Essen erscheine, erinnere man sich nicht mal mehr an die Bestellung.

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