Priemern (rfr) l Ursachen und Folgen des Klimawandels haben starke Auswirkungen auch auf den Wald in der Altmark. Eicke Granitzki vom Biosphärenreservat Mittel-Elbe erläuterte betroffenen Mitgliedern der Forst-Betriebs-Gemeinschaft (FBG) Priemern kürzlich bei einer Exkursion klimatische Entwicklungen und die aktuelle Situation vor Ort.

Schäden durch Melioration

Die steigende Erderwärmung hat nicht nur Auswirkungen auf die Pole, sondern auch auf die Erdoberfläche und damit auf die Standfestigkeit der Bäume. Hinzu kommen die veränderten Einflüsse von CO², Methangasen und die Stickstoffbelastungen. Fehler der Vergangenheit (unter anderem aus der intensiven Melioration, die zur Absenkung der Grundwasserspiegel und damit zu Schaffung und Sicherung ertragreicher Landwirtschaftsflächen führten) haben verheerende Auswirkungen im Wald nach sich gezogen. Der zukunftsorientierte Waldbau muss darauf reagieren, heißt es in einem Papier der FBG zu der Info-Veranstaltung.

Der in vielen Kiefernreinbeständen der Altmark begonnene Umbau in Laub- und Mischwälder soll deshalb mit Maß weiter vorangebracht werden. Eine steigende Baumartenvielfalt in den unterschiedlichen Altersklassen trägt der jeweiligen Bodenbeschaffenheit, dem Nährstoffgehalt und der zurückgehenden Bodenfeuchtigkeit Rechnung. Durch viele verschiedene Baumarten, der weitgehenden Vermeidung von Kahlschlägen und einer ausreichenden Naturverjüngung kann so auch großflächigem Schädlingsbefall begegnet werden, weiß Granitzki als früherer Forstamtsleiter bestens. Weitere Komponenten wie Waldrandgestaltung und abwechslungsreicher Bewuchs an Büschen und Sträuchern unterstützen diese Vorhaben. Klimaplastische Waldbilder nach dem Brandenburger Modell sind auch in der Altmark vorstellbar. Klimaplastisch steht dabei für eine Artenzusammensetzung und -vielfalt, in den heimischen Wäldern, die vielen Klimaszenarien widerstehen kann (Anm. d. Red.).

Alle diese Vorhaben und gute Vorsätze müssen natürlich im Rahmen der normalen Bewirtschaftung erreicht und auch finanziert werden, sagte der FBG-Vorsitzende Kay Richard Landwers. "Wald ist und muss gerade in unserer Region ein in sich tragender Wirtschaftsfaktor bleiben. Weit verbreitete Artenvielfalt macht unsere Wälder nicht nur bunter, sondern vor allem widerstandsfähiger gegen Unwetter und Stürme", so Landwers.

Es gibt noch viel zu tun

Im Rahmen der Forstexkursion wurden aktuelle Waldbilder besichtigt, die erste Schritte in diese Richtung zeigen. Der Informationsaustausch, Gespräche und Diskussionen vor Ort gaben den Waldbesitzern ausreichende Anhaltspunkte für ihre künftigen Vorhaben bei der Anpassung im Wirtschaftswald unserer Region. Auch wenn in den letzten Jahren schon einiges umgestaltet und geschaffen wurde, ist flächendeckend noch viel zu tun, resümierte FBG-Geschäftsführerin Yvonne Hänsel.