Der Osterburger Ortschaftsrat zieht in Erwägung, den "Stein der Einheit" vom Rathaus auf eine Kreisverkehrs-Insel umzusetzen. Dies ist kein guter Vorschlag, meint dazu Erhard Schmitz.

Osterburg l Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Heimatgeschichte der Hansestadt sieht in dem Vorhaben, den Einheitsstein zu verlegen, keinen Sinn. "Es gibt keinen öffentlicheren Ort als das Rathaus", sagt Erhard Schmitz, der sich mit den Plänen des Osterburger Ortschaftsrates nicht anfreunden will. Der Gedenkstein, ein Präsent der Partnerstadt Oerlinghausen, befindet sich am historischen Rathaus.

Touristen bummeln durch die Altstadt

Diesen Standort erachtet ein Großteil des Ortschaftsrates für zu unauffällig. Der Einheitsstein müsste mehr ins Rampenlicht gerückt werden, ist sich das Gremium einig. Deshalb machten sich die Kommunalpolitiker ihre Gedanken und erkoren auf ihrer jüngsten Sitzung die Insel am Kreisverkehr der Bismarker Straße als möglichen neuen Platz aus (wir berichteten). Allerdings sei die Stelle nicht in Stein gemeißelt. "Wir sind nur der Meinung, dass der Stein am Rathaus nicht zur Geltung kommt", verteidigt der stellvertretender Ortsbürgermeister Wolfgang Tramp die Diskussion um einen geeigneteren Standort. Da jedoch noch keine Entscheidung gefallen ist, ob er überhaupt beziehungsweise an welche Stelle er versetzt wird, nehmen die Osterburger Ortschaftsräte gern Meinungen aus der Bevölkerung auf. "Wir werden uns dahingehend natürlich mit den Bürgern austauschen", verspricht Tramp.

Kritisch äußert sich Erhard Schmitz. Für ihn ist der aktuelle Platz ideal. Als Touristenführer zeigt er auswärtigen Gruppen die Osterburger Altstadt mit St. Nicolai und dem gegenüberliegenden Rathaus. Und er macht auf den "Stein der Einheit", der seit 1992 zur Biesestadt gehört, aufmerksam. Aus nächster Nähe können die Gäste den Naturstein beobachten. Und das wird auf einer grünen Verkehrsinsel sicherlich nicht möglich sein. Außerdem würden sich an den Kreisverkehr an der Bismarker Straße kaum Touristen "verirren". Sie bummeln durch die Altstadt. "Der Stein ist dort richtig", sagt der Vorsitzende der IG Heimatgeschichte, der sich an die damalige Festveranstaltung bei der Übergabe des Gedenksteins gut erinnern kann.

Den Stein gibt es übrigens in dreifacher Ausführung. Die Stadt Oerlinghausen beauftragte den Bildhauer Bruno Buschmann, Gedenksteine zu schaffen. Buschmann bearbeitete dafür Sandsteine aus dem Teutoburger Wald und Steine aus Rochlitz. Beide Steine werden durch ein Bronzeband zusammengehalten. Neben Osterburg und Oerlinghausen steht ein weiteres, an die deutsche Einheit erinnerndes Werk in der Stadt Augustusburg. Die bei Chemnitz gelegene Stadt ist ebenfalls eine Partnerstadt von Oerlinghausen.