Seehausen l Das Gastspiel Am Ess in Seehausen am Wochenende war für Zirkus Malford das letzte vor der nahenden Winterpause. Jetzt geht es ins Quartier nach Buchhorst bei Oebisfelde. Noch einmal waren die Akteure mit Herzblut in der Manege bei der Sache.

Vier Familien gestalten das Programm, mit 15 Personen ist Zirkus Malford unterwegs. "Unseren Familienzirkus gibt es seit Generationen", erzählte Gabriele Hein. Ihre Kinder Shannon, Ramon und Juliette haben nicht nur Zirkusluft geschnuppert, sie sind mittendrin. Auch Enkelin und Nichte Sharon (3) sowie Lijana (2) sind ganz verrückt nach der Manege und sorgen mit ihrer Hulahoop-Nummer auch in Seehausen für Begeisterung.

Zuschauer werden zur Band

Aber der Reihe nach: Die Clowns Fritz (Ramon) und Beppo (Alessandro) gewinnen das Publikum erst einmal mit einer Bandgründung für sich. Ratzfatz schnappen sie sich vier Zuschauer, die nach Anweisung Musiker spielen. Die Klänge kommen aber von der echten Band, was für die ersten Lacher sorgt. Popcorn gibt´s gratis dazu.

Wenig später bringt eine riesige Blüte in der Manegenmitte die Zuschauer zum Staunen. Die zehnjährige Juliette entpuppt sich als Schlangenakrobatin und sieht dabei gleichzeitig wie eine Blumenprinzessin oder Däumelinchen aus.

Sascha Malford ist für die großen Tiere zuständig. Neben einem Viererzug von Araberhengsten lenkt er auch ein sibirisches Kamel und im zweiten Teil noch weitere Exoten. Mit seiner Hundedressur beweist Ramon Hein, dass er nicht nur ein komischer Clown sein kann, sondern auch beim Umgang mit Tieren Humor hat. Außerdem hat er Feingefühl.

Ramon hebt fünf Stühle

Nachdem er zuerst ein Messer hochkant auf dem Kinn balancierte, sind es schließlich fünf Stühle oder anders gesagt: 25 Kilo, zuletzt den Tisch.

Die Frauen der Familie sind dagegen sehr gelenkig. Gabriele Hein bringt Hula-Hoop-Reifen zum Schwingen. Tochter Shannon schwingt sich mit russischen Seilen in die Höhe. "Das gibt´s nur zwei Mal in Deutschland", erzählt Hein stolz. Laureen macht außerdem im Ringtrapez und in den Seilen hängend eine gute Figur.

Im Winter macht die Familie Projektzirkus, trainiert mit Kindern in Schulen und gibt auf Feiern und in Seniorenheimen Sondervorstellungen.

Freie Termine in der Pause

"Wir haben noch Termine frei, Tel. 039002/98723, und brauchen ja Futtergeld", bemerkt Gabriele Hein. "Die Situation ist für Leute vom Zirkus in den letzten drei, vier Jahren schlimm geworden. Darum gehen auch große Häuser wie Probst pleite. Schade drum!" Der Unterschied zu kleinen sei eben, dass sie die eingekauften Artisten bezahlen müssen und nicht können, wenn`s nicht voll ist. Bei Zirkus Malford bleibe es in der Familie nach dem Motto "da kriegt halt mal keiner was". Übrigens: Ab Donnerstag gastiert Zirkus Berolina in Osterburg. "Das ist Verwandtschaft", verriet Gabriele Hein.

   

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