Wilhelm Hönow war in dieser Woche wieder in Sachen Buchsbaum unterwegs. Der Babener nahm die Hecken im Calberwischer Schlossgarten in Augenschein.

Calberwisch l Hönow wollte in Calberwisch vor allem überprüfen, ob und wie sich die Buchsbaumhecken vom Befall des Pilzes Cylindricladium buxicola erholt haben. Ihn hatte die jetzige Schlossbesitzerin Nadin Jüngst, die Schloss und Park Calberwisch zu Beginn des Jahres erworben hatte, um Rat gebeten, wie man der Krankheit des den rund 300 Quadratmeter großen Garten prägenden Ziergehölzes abhelfen könne. Wie Hönow der Volksstimme gegenüber äußerte, hätten Lehrlinge und Ausbilder des Berufsbildungswerkes Stendal 1995 die Hecken unter seiner Leitung angelegt.

Der Pilz hatte in diesem feuchtwarmen Frühjahr und Sommer dem Buchsbaum übel mitgespielt. Von innen heraus waren die niedrigen Hecken vertrocknet; die Blätter fielen ab, und die Triebspitzen wurden schwarz. "Wir hatten zunächst selbst versucht, mit Pflanzenschutzmitteln der Krankheit Herr zu werden", sagte uns die Schlossherrin. "Das hatte aber nichts gebracht, und schließlich hatten wir Herrn Hönow als Buchsbaumexperten ausfindig gemacht. Er hatte uns mit einem geeigneten Mittel geholfen, dass sich der Buchs wieder erholt; er zeigt sich jetzt, bis auf das Innere, schon wieder in frischem Grün. Wir hoffen nun, dass er wieder so schön wird, wie er mal war; das dauert bestimmt ziemlich lange."

Nun war der Fachmann also wieder vor Ort. "Ich hatte erwartet, dass die Hecke wieder grün wird", sagte er an Nadin Jüngst gewandt, und uns gegenüber: "Wir standen damals vor der Entscheidung: raus damit oder rekultivieren. Es lohnt sich also, dass wir uns für das letztere entschieden haben. Also hatten wir ihn entspitzt und alle trockenen Pflanzenteile entfernt. Lediglich ein vier Meter langes Stück ist Totalausfall und sollte mit gleichgroßen Pflanzen neu besetzt werden."

Im Calberwischer Schlossgarten handelt es sich um eine schnellwachsende Buchsbaumart, die sich nach Dafürhalten Hönows in spätestens drei Jahren vollständig erholt haben wird; dieser Buchs sei nun hundertprozentig über den Berg. "Ich werde aber die Entwicklung weiter beobachten und gegebenenfalls, wenn gewünscht wird, Ratschläge geben", versprach der 76-Jährige. Der Befall des Buchsbaums mit Cylindricladium buxicola sei nicht regional begrenzt, sagte der Babener. Der Pilz habe deutschlandweit "unter den Buchsbeständen wahnsinnig gewütet". Die betroffenen Pflanzen, die nicht mit Fungiziden behandelt werden, seien dem Verlust ausgeliefert. Eine über Jahre vernachlässigte Buchsbaumhecke brauche auch Jahre um sich zu erholen.

"Wir haben entsprechend dem Rat von Herrn Hönow unseren Buchsbaum mit der empfohlenen Dosierung fünfmal behandelt", berichtete Jüngst. "Der Garten ist uns sehr wichtig. Wir wollen die Felder zwischen den Hecken mit roten Rosen bepflanzen, als Ausstellungsstück, das ich dann Herrn Hönow präsentieren kann. Und Hönow darauf schmunzelnd: "Wenn ich 80 Jahre alt geworden bin, möchte ich hier einen Rosengarten sehen."