Das Landhaus Menner schließt zum 31. Dezember seine Pforten. Acht Jahre nach Eröffnung bewegen gesundheitliche Gründe die Betreiber dazu, hinter ihrer Ausflugsstätte in Wolterslage einen Schlusspunkt zu setzen.

Wolterslage l "Leicht haben wir uns diese Entscheidung nicht gemacht. Das war ein schwieriger Prozess, bis wir uns im Juni dazu durchgerungen haben, das Landhaus zu schließen und uns von dem Grundstück zu trennen." Es schwingt Bedauern mit, als Friederike Menner über das Aus der Ausflugsstätte erzählt. Da sich Ehemann Winfried aus gesundheitlichen Gründen aber beuflich völlig neu orientiert, "ist eine andere Entscheidung nicht möglich." Denn der 16 Hektar große Gastronomie- und Landwirtschaftsbetrieb sei von einer Person allein nicht zu bewerkstelligen. "Und gleichzeitig ist er zu klein, um eine externe Kraft finanzieren zu können", begründet Friederike Menner.

"In den Aufbau ist viel Herzblut hineingeflossen"

Nun steht das Grundstück, auf dem sich die 2005 aus Augsburg in die Altmark gekommene Familie den Traum vom eigenen Reiterhof verwirklichte, zum Verkauf. Eine Anlage, die fünf Bungalows inklusive Saunahaus, einen Stalltrakt, einen 40 x 20 Meter großen Allwetterreitplatz, einen Biergarten sowie einen 2010 fertiggestellten großen Gastraum mit Küche umfasst. "In den Aufbau unseres Landhauses ist viel Herzblut hineingeflossen", sagt Friederike Menner. Und wünscht sich "dass sich ein neuer Besitzer auf dem Grundstück ähnlich touristisch engagiert wie wir. Aber letzten Endes ist das dann seine Sache."

Nach ihren Angaben gibt es bereits zwei ernsthafte Interessenten, mit denen Verhandlungen geführt werden. In wessen Händen das Landhaus übergeht, steht aber noch nicht fest. Ungewiss ist auch, wie lange die Familie noch auf dem Grundstück lebt und ob sie in der Region bleibt. "Ganz ehrlich: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich die Frage nicht beantworten", sagt Friederike Menner. Viel hängt davon ab, wo Winfried Menner zukünftig arbeitet. Gleichzeitig fühlt sich die Familie der Region, in der sich Friederike Menner auch als Königsmarker Ortschaftsrätin oder touristisch engagierte, aber sehr verbunden. "Hier ist unsere Tochter Leni geboren, hier haben wir auch Freunde gefunden."

Am Aus für das Landhaus ändert das aber nichts. Seine Schließung vollzieht sich auf Raten. So ist der wöchentliche A-la-carte-Betrieb in der Stube der Gastwirtschaft zwar schon eingestellt, bis zum Jahresende werden aber noch Feier-Reservierungen angenommen und ausgeführt. Auch die traditionelle und zusammen mit dem Kultur- und Sportverein Königsmark veranstaltete Stallweihnacht findet am 13. Dezember ihren Ort im Landhaus. Nach dem offiziellen Schlussstrich am 31. Dezember erhalten Friederike und Winfried Menner die Vermietung der fünf Holzblockbungalows an Einzelreisende vorerst noch aufrecht. Außerdem sollen die Teilnehmer der Intensivtherapiewochen einer Wasmerslager Praxisgemeinschaft wie geplant auf dem Landhaus-Gelände unterkommen. "Es sei denn, das Grundstück hat dann einen neuen Besitzer", schränkt Friederike Menner ein. "Aber für diesen Fall ist in Absprache mit befreundeten Anbietern gesichert, dass die Teilnehmer an diesen Intensvitherapiewochen vernünftig unterkommen", fügt sie hinzu.