Beuster (wsc/rfr) l Die Wiederansiedlung des Wolfes ist nicht unumstritten, aber nichtsdestotrotz Realität. Mit der Zunahmen der Population kommt es insbesondere bei Schafherden zu Angriffen durch Isegrim. Dem möchte der Beusteraner Neulandschäfer Axel Schuster auf eine ungewöhnliche Art mit Hilfe von Eseln vorgreifen.

Statt Herdenschutzhund

Im Mittelalter schützten sich die nomadisch lebenden Hirten und Viehhalter gegen Angriffe von Wolf und Bär durch sogenannte Herdenschutzhunde. Diese großen und schweren Tiere gelten als furchtlos und sollen schon alleine durch ihr Auftreten viele Raubtiere verscheuchen, aber wenn es darauf ankommt, auch wirkungsvoll angreifen können. In der Praxis kommen sie als Welpen in die Herde und erleben dort ihre Sozialisierungsphase, fühlen sich quasi als Mitglied der Herde. Heute erleben diese Hunde eine Renaissance, aber es braucht eben viel Zeit, bis sie zum Einsatz kommen.

Andere Länder wie Namibia und Kanada entdeckten den Esel als Herdenwächter. Esel zeichnen sich durch ein feines Gehör aus, sehen sehr gut und haben auch einen hervorragenden Geruchssinn. Wenn etwas in der Herde nicht in Ordnung ist, melden sie es sofort. Ihre Warnrufe sind kilometerweit zu hören, und die kräftigen Hufschläge verfehlen ihre Wirkung auch nicht.

Ausbildung nicht nötig

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Esel keine besondere Ausbildung benötigen und genügsam in der Haltung sind. Bekannt ist der Esel schon seit Jahrtausenden als Herdenschutztier. Das Wissen um diese Funktion ist aber etwas verloren gegangen. Das Wort vom dummen Esel trifft sicher nicht zu. Vielleicht erleben ja auch diese Paarhufer in den Schafherden der Region eine kleine Renaissance.