Seit langem wird an der aufwendigen Restaurierung der Epitaphe in der Johanniskirche Werben gearbeitet. Die Aufgabe steht weiter im Fokus. Unter anderem damit beschäftigte sich der Verein zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler im Kirchspiel Werben während seiner Jahreshauptversammlung.

Werben l Die Erhaltung großer Kirchen und ihrer oft wertvollen Innenausstattungen endet praktisch nie. Generation um Generation muss sich damit befassen. Davon kann auch die evangelische Kirchengemeinde Werben ein Lied singen - ebenso wie der Verein zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler im Kirchspiel Werben, der kürzlich seine Jahreshauptversammlung abhielt. Die Restaurierung der Epitaphe, insbesondere der steinernen Grabplatten in der Johanniskirche Werben, war eines der Themen.

Ein Blickfang unmittelbar neben dem seitlichen Haupteingang der Johanniskirche ist ein hölzernes Epitaph mit dem Titel "Das Jüngste Gericht", das ein Gemälde mit einem biblischen Motiv zeigt. Es wurde von einer Berliner Restauratorin aufgearbeitet.

Kunstvolle Tafel erinnert an einstigen Bürgermeister

"Dazu gehört eine Stiftertafel, die noch restauriert werden muss", erklärt Werbens Pfarrer Jan Foit. Wie Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt, der auch Mitglied des Gemeindekirchenrates ist, informiert, wird gegenwärtig an der Restaurierung des steinernen Epitaphs "Diakon Johannes Barth" gearbeitet. Einige Figuren und Säulen des Kunstwerks befinden sich noch in Magdeburg zur Aufarbeitung.

Als nächstes steht die fachgerechte Aufarbeitung des Epitaphs "Joachim Francke" an, das im Jahr 1602 errichtet wurde. Francke war einst Bürgermeister von Werben. Er verstarb 1608.

"Die Kosten für die Restaurierung der Epitaphe sind sehr hoch und betragen jeweils rund 20000 Euro. Dank der großzügigen Unterstützung der Gisela- und Dr.-Ernst-Alers-Stiftung ist die Finanzierung der Kultur- und Kunstschätze abgesichert. Werben wäre derzeit nicht in der Lage, die Finanzierung aus eigener Kraft zu tragen", zeigt sich Hufschmidt dankbar. Pfarrer Jan Foit ergänzt, dass rund 95 Prozent der Gelder für die Epitaphe von der Alers-Stiftung kommen. Weitere Mittel kamen von der Stiftung Kirchliches Kulturgut. Neben den erwähnten Epitaphen wurde die kunstvoll gestaltete Erinnerungstafel für Blaudine Goldbeck aufgearbeitet und neu verklammert.

Fachhochschule Potsdam engagiert sich in Werben

Gearbeitet wird darüber hinaus an der fachgerechten Aufarbeitung zweier weiterer reich verzierter Grabtafeln in der Johanniskirche. Wie der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler im Kirchspiel Werben, Johann-Joachim Schorlem- mer, ausführt, gibt es eine Vereinbarung zwischen der Kirchengemeinde Werben und der Fachhochschule Potsdam (Studiengang Restaurierung). Studenten widmen sich unter Anleitung ihres Professors Gottfried Hauff der Restaurierung der beiden Tafeln "Leonard Kempfe und Anna Engelin" sowie "Katharina Elisabeth Engel".

Der Werbener Kirchenförderverein wird diese Maßnahme, für die erneut Stiftungsgelder fließen werden, im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziell unterstützen. Übernommen werden Kosten für Materialverbrauch, die Anfertigung der Dokumentationen sowie Fahrt- und Transportkosten.

 

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