Die jüngste Auflage der Osterburger Literaturtage ist zwar schon etwas länger Geschichte, "ihre" letzte Veranstaltung ging aber erst vor wenigen Tagen über die Bühne. Dabei handelt es sich um die verschobene Schreibwerkstatt von Diana Kokot. Thema war "Gegensätze".

Osterburg l Dagmar Schnüber und Grit Stange vertraten die Schreibgruppe "Stilblüten" aus Arendsee. Karola und Andreas Marquardt, die jahrelang bei "Federleicht" in Salzwedel mitschrieben, kamen aus Schnackenburg. Die Mitglieder des Clubs Altmärkischer Autoren Bernhard Sasse, Danuta Ahrends und Astrid Mathis machten die Runde komplett. Eintrittskarte war ein Text zum Motto. Heitere Geschichten wechselten mit Gedichten und philosophischen Betrachtungen. Andreas Marquardt hatte ein Film von Wolfgang Menge ("Die Dubrow-Krise", 1969) inspiriert, in dem ein ostdeutsches Dorf versehentlich dank Mauer plötzlich zur Westseite gehört. Auch seine Frau hatte Osten und Westen beschäftigt, allerdings spielte ihr Text im Garten, der zu DDR-Zeiten viel voller war. "Schön verschieden. Jeder hat sich auf seine Art mit dem Thema auseinandergesetzt. Das gefällt mir", kommentierte die Werkstattleiterin nach den sieben gehörten Texten.

Sieben Sätze über eigene Gegensätze, so lautete die nächste Aufgabe. Zwischendurch die Frage: "Wirklich sieben Sätze?" Das kennt Diana Kokot schon, am meisten von Werkstätten mit Schülern. Sich zu konzentrieren, sei der Haupteffekt, verriet die Autorin. Mancher nummeriert sogar gern durch.

In Teams erfanden die Teilnehmer im Anschluss Renshi-Gedichte (Ketten-Gedicht) oder Texte, wo es wieder um das Gegenteil von einer Sache gehen sollte und jeder den Satz oder Vers des Vorgängers ergänzen sollte.

Am meisten kamen die Autoren in Fahrt, als sie sich schließlich Dialoge ausdachten. Bernhard Sasse und Karola Marquardt stritten sich als Pfarrer und Imker über störende Bienen am Kircheneingang. Danuta Ahrends, Dagmar Schnüber und Grit Stange werteten im Büro ihr Wochenende mit einem Traummann aus. Über das Bauloch neben der Bibliothek debattierten Andreas Marquardt und Astrid Mathis als Rentner, die sich vorstellen, dort im Altenheim einzuziehen. Wenn die Archäologen mit dem Ötzi fertig werden.

Zuletzt durften die Teilnehmer phantasieren, was sie für ein Wasser wären, wenn sie es sich aussuchen könnten. Die meisten entschieden sich für eine sprudelnde Quelle bzw. einen kühlen Bach, der immer in Bewegung ist.

"Erfrischend" und "inspirierend" fanden die Autoren das vierstündige kreative Schreiben, so fassten sie zusammen, als der Stift ruhte. Viel Neues war entstanden während dieser Auszeit vom Alltag. Eine Schreibwerkstatt im Rahmen der Literaturtage ist für 2015 unbedingt wieder gewünscht, waren sich die Teilnehmer einig.

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