Gleich fünf Gastschüler und damit mehr als in den Vorjahren geben sich in diesem Schuljahr am Osterburger Gymnasium die Ehre. Sie stellten sich und ihre Heimatländer am Mittwoch vor.

Osterburg l Impressionen aus Südamerika, aus Mega-Metropolen Asiens, dem hohen Norden Europas und dem Südwesten Englands gab es beim traditionellen Tag des Austauschschülers am Osterburger Gymnasium. Neben den Berichten des Schüler-Quintetts, das ihre gewohnte Umgebung für ein Schuljahr verließ, um Erfahrungen in Osterburg und bei ihren Gastfamilien in der Region zu sammeln, nahmen zwei Osterburger Schüler die Gäste mit auf eine virtuelle Reise nach Chile und England.

Im Beisein von Schulleiterin Elke Hein und deren Stellvertreter Andreas Schulz, die sich für die interessanten Berichte bei den sieben Referenten bedankten, sowie vielen anderen Pädagogen präsentierte Elftklässlerin Pia Otte Fotos von ihrem Austauschjahr (2013/14). Die 17-jährige Osterburgerin lebte bei einer Gastfamilie unweit der südwestenglischen Küste, knüpfte schnell Freundschaften und lernte in einer zwölften Klasse. Die in Großbritannien gewonnenen Erfahrungen möchte sie nicht missen, so dass sie trotz anfänglicher Schwierigkeiten - nach sechs Wochen wechselte Pia die Gastfamilie - ein positives Fazit zog: "Das Jahr hat mir gut getan. Ich würde es wieder machen." Ebenfalls ein interessantes Austauschjahr verlebte Severin Mäurer. Der Elftklässler des Gymnasiums lernte die Sitten und Bräuche der Chilenen näher kennen. Er hätte drei Monate benötigt, um sich dort mit der spanischen Sprache gut zu verständigen. Severin, der in der Stadt Temuco lebte, war von der Natur und Landschaft des Anden-Staates begeistert, zeigte bei der Power-Point-Präsentation Bilder aus der Hauptstadt Santiago und verschiedenen Nationalparks.

Thailändische Kochkunst

Die große Anzahl an Schülern in den Klassen in Chile (mindestens 30), gewürzt mit dem Temperament der Südamerikaner, würden deutsche Lehrer weniger verkraften, schätzte der 17-Jährige etwas scherzhaft ein.

Danach waren Benjamin (Chile), Leonardo (Bolivien), Aurora (Norwegen), Tanaphan (Thailand) und Long Yin (Hongkong) an der Reihe, die in beeindruckenden Bildern ihre Heimat vorstellten. Besonders die beiden jungen Damen beherrschen schon gut die deutsche Sprache. Die Norwegerin Aurora (17) lernt sie seit vier Jahren in ihrer Schule. In ihrer Heimat, dem Norden des Landes, sind auch viele Samen, ein indigenes Volk, beheimatet. Aurora informierte beispielsweise über Oslo und das große Ski-Revier mit der Skisprunganlage Holmenkollen. "In meiner Heimat sind es jetzt Minus 20 Grad." Viel wärmer ist es dagegen im Heimatland von Tanaphan. Die 17-Jährige Thailänderin, die wie Aurora bei einer Gastfamilie in Goldbeck wohnt, konnte ihre Gasteltern bereits mit der thailändischen Küche begeistern. Und dazu gehöre stets Chili.

Sehnsucht nach der Ferne

"Denn wir lieben es gern scharf." Sie erfreute die Gäste mit dem kompletten Namen Bangkoks, für den sie eine gefühlte Minute brauchte.

Auf dem asiatischen Kontinent lebt auch Long Yin (16), der die Mega-City Hongkong für ein Schuljahr mit der Altmark tauschte. Er informierte über die Vielfalt der Küche, über Impressionen vom Hafen und der Skyline der Sieben-Millionen-Stadt. Aus Südamerika stammen Benjamin (17) und Leonardo (16), die Chile beziehungsweise Bolivien für ein Schuljahr den Rücken kehrten.

Beide präsentierten Fotos ihrer Heimatstädte San Fernando und Santa Cruz und weckten bei dem einen oder anderen die Sehnsucht nach der Ferne: Anden-Welt, Atacama-Wüste, Salzpfannen und traditionelle Feste brachten ein Teil ihrer Welt in das Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium.