Die erste Etappe im Zuge der Erstellung eines detaillierten Brachflächenmanagements für die Verbands- und Einheitsgemeinden Arneburg-Goldbeck, Osterburg und Bismark ist vollzogen. Aber die daraus resultierenden Maßnahmen sollen erst noch anlaufen.

Goldbeck/Osterburg/Bismark l "Das Brachflächenkataster ist eine sehr wichtige Arbeitsgrundlage für uns. Nun kann endlich an einem umfassenden Konzept gearbeitet werden, wie wir mit den vielen Flächen künftig verfahren werden", so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, Eike Trumpf (CDU), in einem Pressegespräch zu dem Thema.

Im Rahmen eines gemeinsamen, zu 80 Prozent vom Land geförderten Projektes wurde in den Verbands- beziehungsweise Einheitsgemeinden Arneburg-Goldbeck, Bismark und Osterburg intensiv an der Erstellung des Brachflächenkatasters gearbeitet. Die Gesamtkosten (inklusive Fördermittel) belaufen sich bisher auf 28500 Euro. Der Abschlussbericht liegt nun vor. Das Druckwerk, das die Stärke eines gut gefüllten Aktenordners aufweist, stellte Trumpf am Donnerstag in einem Pressegespräch gemeinsam mit dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde (EG) Osterburg, Nico Schulz (CDU), näher vor. Die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark, Verena Schlüsselburg, war terminlich verhindert.

Möllenbeck besteht zu 50 Prozent aus Brachen

Wie Trumpf ausführt, habe zwar der Landkreis Stendal vor längerer Zeit die größten Brachflächen untersucht und aufgelistet, aber die vielen kleineren Brachflächen wurden nie detailliert erfasst. Dies sei nun mit dem gemeinsamen Brachflächenmanagement erfolgt. Die beteiligten Kommunen seien damit ein Vorreiter in Sachsen-Anhalt, betonte Trumpf. Für den Abschlussbericht habe es am Dienstag bei der Vorstellung im Ministerium für Städtebau und Verkehr viel Lob gegeben.

Die drei beteiligten Verbands- und Einheitsgeneinden weisen eine Gesamtfläche von 824 Quadratkilometern auf. 115 Orte gehören dazu. Die Region sei im Land besonders dünn besiedelt. Die Besiedlungsdichte, so Trumpf, liege sogar unterhalb des Durchschnittes in der Altmark. "Unsere gemeinsame Aufstellung hat ergeben, dass es in den drei Verbands- und Einheitsgemeinden fast genau 600 Brachflächen mit einer Gesamtfläche von 400 Hektar gibt", informiert Schulz.

Wie die beiden Lokalpolitiker weiter erläutern, wurden die ungenutzten Flächen verschiedenen Kategorien zugeordnet. Dazu zählen zum Beispiel Industrie- und Gewerbeflächen, Landwirtschaftsflächen und Althöfe, Bauböden und dazugehörige Freiflächen, Verkehrsbrachen (zum Beispiel noch nicht zurückgebaute Bahnschienen), Deponien und Gemeinschaftsflächen (beispielsweise ehemalige Schulen und kommunale Gebäude). Aufgelistet sind auch nicht mehr genutzte Kleingartenanlagen.

Nicht in das Kataster aufgenommen wurde die große Deponie der ehemaligen KKW-Baustelle bei Arneburg, die möglicherweise auch noch auf Altlasten untersucht werden müsse. Jede einzelne Brache sei mit ihrer Größe, ihrer Fläche und Charakteristik erfasst - zum Teil verbunden mit einer Fotodokumentation der dazugehörigen Gebäude. Ein wesentlicher Bestandteil sei zudem die kartographische Darstellung der einzelnen Orte mit den jeweils rot dargestellten Brachflächen.

"Je nach Ort ergeben sich so sehr unterschiedliche Bilder. So gibt es zum Beispiel in Werben viele kleinteilige Brachflächen, insbesondere ungenutzte Häuser und Bauflächen. Möllenbeck ist dagegen ein Ort, der sogar zu rund 50 Prozent aus Brachen besteht, darunter große Flächen, zum Beispiel Althöfe."

Erstellung des Katasters war ein erster Schritt

Die Erstellung des Katasters und Abschlussberichtes war aus Sicht der beteiligten Kommunen jedoch erst der erste Schritt - eine Arbeitsgrundlage. Das Kataster soll in Form eines Folgeprojekts weitergeführt werden, für das erneut Fördermittel beantragt werden sollen. "Das Hauptaugenmerk soll sich dabei vor allem darauf richten, was aus den erfassten Flächen gemacht werden kann. Ein herausragendes Ziel ist es, möglichst viel einer Vermarktung zuzuführen", so Trumpf. Auch die Kontaktaufnahme mit den Grundstückseigentümern sei ein sehr wichtiger Aspekt, von denen sicher viele ein Interesse daran hätten, dass ihre Brachflächen einer künftigen Nutzung zugeführt würden.

Zudem sei vorgesehen, dass ausgesuchte Flächen und Immobilien in den Ballungszentren zum Verkauf angeboten werden.

Brachflächenmanager soll eingestellt werden

Dazu sollen unter anderem Immobilienmessen genutzt werden. Wie Nico Schulz ergänzt, soll das Kataster jetzt den Bürgermeistern und kommunalen Gremien vorgestellt werden, um weitere Schritte auf den Weg zu bringen. Wie in der Vergangenheit könnten dann auch noch gezielter Förderprogramme genutzt werden, um Brachflächen nutzbar zu machen oder zum Wohl des jeweiligen Ortsbildes etwa in Grünflächen zu verwandeln. Eine weitere Aufgabe werde es sein, das Brachflächenkataster ständig weiterzuentwickeln.

Während die Erstellung des Katasters bisher eine Aufgabe der Liegenschaftsämter der drei Verwaltungen war, ist für das weitere Brachflächenmanagement die Schaffung einer zeitlich begrenzten Stelle geplant. Die Personalkosten im Rahmen des Projektes, so Trumpf, seien förderfähig.