Osterburg l Dass es hinsichtlich eines Pächter-Vertrages zwischen der Stadt und dem künftigen Betreiber des Flussbades noch Klärungsbedarf gibt, wurde auf der Sitzung des Bau- und Wirtschaftsförderungsausschusses am Montagabend deutlich.

Nach einer Diskussion wurde die Beschlussvorlage erst einmal auf Eis gelegt. Allerdings wertete die Verwaltung das von ihr erstellte Papier als Grundlage für einen späteren Kontrakt. Mehrere Mitglieder des Ausschusses könnten sich vorstellen, eine entsprechende Arbeitsgruppe zu bilden, die sich intensiv mit den Vertragsmodalitäten befasst. Denn für die Stadt wäre es mehr als schmerzlich, wenn sich trotz des erheblichen Aufwandes kein Pächter "an Land ziehen" lässt. Nach dem Meinungsaustausch brachte es Rainer Moser auf den Punkt: "Wir haben uns mit öffentlichen Geldern entschieden, das Bad zu bauen. Und wir sind in der Pflicht, das durchzuziehen." Damit meinte er den Badebetrieb, der wie in den vielen Jahren zuvor an dieser Stelle auch künftig gewährleistet werden soll. Osterburg ohne Biesebad - das wollen sich die Bauausschuss-Mitglieder nicht vorstellen.

Die Kommune muss sparen. Gleichwohl sollte klar sein, dass der Betrieb des Biesebades "ein Zusatzgeschäft ist", betonte Hansjoachim Henning. Das ist für den Bau- und Wirtschaftsförderungsausschuss ebenso sicher.

Die Stadt möchte das Biesebad für den Zeitraum von 2015 bis 2017 und somit für drei Jahre verpachten. Edeltraud Fuchs vom Ordnungsamt der Hansestadt schätzt ein, dass diese Regelung auch dem künftigen Betreiber entgegen käme. Somit könnte er ein entsprechendes Konzept aufbauen.

Spielplatz müsste auch nach Saisonende offen sein

Das vorbereitete und den Ausschussmitgliedern vorgelegte Papier enthielt bei der monatlichen Pacht keine Angabe. Das sei mit den Interessenten in den Gesprächen auszuhandeln. Doch was ist das Bad wert? Einnahmen hat der Pächter nur in den Sommermonaten. Was kann die Stadt einem Pächter zumuten beziehungsweise welche Pflichten hat er? Für die Ausschuss-Mitglieder zu viele, die aufgeführt waren. Die Rasenpflege sei ein aufwendiger Bereich. Zudem muss ein Rettungsschwimmer über die Sommermonate angestellt werden. Die Probleme dieser Saison sind noch hinlänglich bekannt, als Jörg Schütze als Pächter Schwierigkeiten hatte, eine professionelle Aufsicht zu gewinnen.

Auch Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose konnte sich mit der Vertrags-Grundlage nicht anfreunden. "Wir haben dann ein schönes Schmuckstück", sagte er bezogen auf die aktuellen Arbeiten, die den Bereich in eine attraktive Freizeitstätte mit neuem Funktionalgebäude, Strandbereich und Beachspielflächen verwandeln werden. "Somit könnten Eltern oder Großeltern nicht vor verschlossenen Türen stehen", gab er den Hinweis, dass das großzügige Spiel-Areal auch außerhalb der Saison nutzbar sein müsste. "Das müsste vorher geklärt sein."

Für Gose, der auch die Angelegenheit um den aktuell vermissten und damals vom Biesebad-Förderverein genutzten Rasentraktor geklärt sehen möchte, müssten auch andere Personen ins Boot. Der Bürgermeister verwies auf die Stadtwerke, eine 100-prozentigen Tochter der Stadt, die bei Arbeiten im Bad unterstützend zur Seite stehen könnte.

Für Bauausschuss-Vorsitzenden Matthias Lenz war es nach der Diskussion klar, dass ein Beschluss zur längerfristigen Verpachtung nicht erfolgen konnte. "So kommen wir nicht weiter." Der Bauausschuss war das erste Gremium, das sich diesem Thema widmete.