Osterburg l Das Projekt hat sich in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt. Für die Beschäftigten der Osterburger Lebenshilfe bedeutete die Kooperation auf künstlerischem Gebiet mit den Sechst- und Achtklässlern des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums eine interessante Bereicherung. Die Schülerschar konnte hingegen Vorurteile abbauen und Erfahrungen im Umgang mit Behinderten sammeln. "Es war total schön", blickte Jasmin Blume auf das Projekt "Gemeinsam kreativ" zurück. Und ihr Mitschüler Pascal Bergmann erinnert sich an das erste Treffen. "Wir wurden sehr offenherzig empfangen."

Integration und Chancengleichheit

Die beiden Gymnasiasten nahmen am Dienstagabend aus den Händen von Lebenshilfe-Geschäftsführerin Regina Bahlke einen Pokal entgegen. Denn die Zusammenarbeit trug Früchte: Anfang Oktober jubelten die am Projekt Beteiligten. Bei der Vergabe des Kunst- und Kulturpreises "Re-flect" im Stendaler Theater der Altmark sicherten sich die Osterburger den ersten Platz. Landesweit gab es immerhin 28 Beiträge zu dem Wettbewerb, bei dem es um das Thema Integration und Chancengleichheit ging. Und so gibt es den Siegerpokal nun in zweifacher Ausführung: Einer ist in der Werkstatt der Lebenshilfe zu sehen, der andere im Gymnasium. Und in der Geschäftsstelle der Sparkasse können Besucher die Ergebnisse der 18-monatigen Zusammenarbeit begutachten. Deren Regionaldirektor Steffen Seifert liegt es als Vorstandsmitglied der Lebenshilfe auch am Herzen, dass die mit Kunstlehrerin Angelika Trösken und Lebenshilfe-Kreativkraft Jutta Krahnert hergestellten Figuren in Lebensgröße "nicht im stillen Kämmerlein" lagern, sondern der Öffentlichkeit zugänglich sind. Trösken sprach von einer "großen Herausforderung" und "einer tollen Zeit". Und auch zukünftig ist es für sie vorstellbar, gemeinsame Projekte zu realisieren. Ein Theaterstück, in dem beide Gruppen mitarbeiten, schwebt ihr beispielsweise vor.

14 Jugendliche des Gymnasiums und 12 Beschäftigte der Lebenshilfe, die sich mindestens einmal im Monat trafen, hoben vier aus Maschendrahtzaun und Pappmaschee bestehende Kunst-Figuren aus der Taufe, wobei sie der kleinsten den Namen "Johnny" verpassten. "Dabei haben handwerkliche und künstlerische Techniken, die Kreativität des Gestaltungsprozesses, gemeinsames schöpferisches Handeln und der Ausdruck von Lebensfreude das Aussehen dieser Figuren geprägt."

Regina Bahlke bedankte sich am Dienstag im Beisein von Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose, Gymnasiumsleiterin Elke Hein und ihrem Stellvertreter Andreas Schulz, Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern der Lebenshilfe sowie interessierten Gästen bei den Akteuren und hielt für Angelika Trösken und Jutta Krahnert Blumensträuße parat.